Aufruf zum Gottesdienst verantwortungslos

Zum Thema Allerheiligen in der Corona-Krise (Bayern/Regionalteil/Lokalteil):

Muss ich in diesen Zeiten die Menschen aufrufen, in die Kirche zum Festgottesdienst zu gehen? In Zeiten, in denen wir alle aufgefordert sind, Kontakte einzuschränken und größtenteils Zuhause zu bleiben, um uns selbst und andere zu schützen? Selbst die Politik weiß sich angesichts der massiven Einschränkungen, die teilweise nicht nachvollziehbar sind, nicht mehr zu helfen. Und dann soll mit allen Mitteln ein Gottesdienst aufrechterhalten und viele Menschen an einen Ort zusammengebracht werden?

Als gläubiger Mensch, verstehe ich, dass ein Ort geschaffen werden soll, um den Glauben auszuüben. Aber warum kann man hier nicht, wie anderorts auch einfach etwas erfinderischer sein? Sich der Situation entsprechend verhalten und Lösungen finden? Wir alle haben Menschen in unserer Umgebung, die unter massiven Existenzängsten leiden. Menschen, die um die Gesundheit ihrer Familien besorgt sind. Und leider auch Schwererkrankte, die um ihr Leben fürchten. Sollte uns das nicht zum Nachdenken anregen?

Nächstenliebe bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen. Mich so zu verhalten, dass mein Handeln niemanden in meinem Umfeld negativ beeinflusst. Gerade in diesen Zeiten, sollten wir uns bewusst sein, was wir mit unserem Handeln auslösen. Welche Wellen unsere Worte und Taten schlagen und was der Gemeinschaft dient und was sie gefährdet.

Theresa Springer

Rott am Inn

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