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Auf einmal sollen Atomenergie und Erdgas nachhaltig sein

Zum Bericht „EU-Kommission stuft Atomkraft und Gas als grün ein“ (Weltspiegel-Seite) und zu „Atomstreit mit Brüssel“ (Kommentar von Georg Anastasiadis im Politikteil):

Verkehrte Welt! Während in Deutschland die letzten Atommeiler vom Netz gehen, soll die Einstufung von Atomenergie und Erdgas durch die EU-Taxonomie dafür sorgen, dass Investitionen in diese Energieträger gefördert werden. Wie das mit dem „Green Deal“ der EU und dem Schutz des Klimas vereinbar sein soll, bleibt rätselhaft, ist doch Erdgas eine der Hauptquellen von CO2und dem noch klimaschädlicheren Methan. Und mag Atomenergie im Betrieb klimaneutral sein, so ist sie aber keineswegs umweltfreundlich, was die Gewinnung von Uran und die Entsorgung des strahlenden Mülls angeht, ganz zu schweigen von den Risiken eines Atomunfalls. Der Beschluss zum Ausstieg unter dem Eindruck der Katastrophe von Fukushima war ja nicht zuletzt der Einsicht geschuldet, dass im dicht besiedelten Deutschland die Atomenergie politisch nicht länger durchsetzbar war. Nur hat man es in den darauffolgenden Jahren versäumt, die erneuerbaren Energien zügig auszubauen. Stattdessen hat die Große Koalition unter Führung der Union immer neue Hürden aufgebaut, was insbesondere den Ausbau von Solar- und Windenergie und die dezentrale Energiegewinnung angeht. Dabei haben im Hintergrund die großen Stromkonzerne erheblichen Einfluss genommen. Und all das hat das riesengroße Dilemma erzeugt, in dem wir uns befinden: Zum einen erfordert der Klimaschutz den zügigen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, zum anderen haben wir einen stark steigenden Strombedarf und zum Dritten haben wir uns stark abhängig von den Launen eines skrupellosen Diktators im Osten gemacht, denn zwei Drittel unserer Energieimporte kommen aus Russland. Eine zukunftsfähige und verantwortungsbewusste Energiepolitik sieht anders aus.

Heribert Burdick

Bernau

Dem Kommentar von Georg Anastasiadis kann ich nur zustimmen. Endlich findet jemand den Mut, daran zu erinnern, dass unser bayerischer Ministerpräsident in seiner Zeit als Bayerns Umweltminister eine treibende Kraft beim Alleingang des deutschen Atomausstiegs war und damit neben der Exkanzlerin ein Hauptverantwortlicher unseres energiepolitischen Debakels ist. Ich bin mir sicher, hinter den Kulissen lacht man darüber, wie kurzsichtig sich Deutschland in diese energiepolitischen Abhängigkeiten begeben hat. Und man lacht nicht nur wegen unserer Energiepolitik. Vor vier Jahren, der Berliner Flughafen war noch nicht in Betrieb, hat mir einmal jemand gesagt: „Ihr Deutschen wollt immer alles besser wissen und könnt nicht einmal einen Flughafen bauen“.

Walter Bergbauer

Rosenheim

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