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Auf dem Weg zur Energiewende sind wir noch nicht weit gekommen

Zu den Berichten über die Zukunft der Energie in Deutschland (Politikteil und Bayernteil):

Herr Söders Aussagen sind ja schön und gut. Doch bei der Kleinwasserkraft sieht die Praxis ganz anders aus. Neben anderen Aktivitäten bin ich bei einem kleinen Bürgerwasserkraftwerk in Franken dabei. Dieses hat vor fünf Jahren eine zweite Anlage erworben. Nach einem Jahr Betrieb begann die Sanierung an dem Triebwerk – auch mit dem Ziel, den Stromertrag deutlich zu erhöhen. Die Anlage könnte jetzt schon gut zwei Jahre laufen und hätte in dieser Zeit etwa 450 000 Kilowattstunden ins Netz einspeist. Stattdessen werden von Wasserwirtschafts- und Landratsamt nur Steine in den Weg gelegt, und die bereits zu zwei Dritteln fertige Anlage droht zur Investitionsruine zu werden. Leider kein Einzelfall: Viele Betreiber in Bayern berichten von diversen Maßnahmen – bis hin zur indirekten Nötigung, das Kraftwerk stillzulegen. Da passt die öffentliche Aussage eines Wasserwirtschaftsamtsleiters „Jedes Wasserkraftwerk unter 500 kW Leistung gehört abgeschaltet“ gut dazu. Statt die durch Erneuerung der Betriebstechnik erreichten Produktionssteigerungen für die Versorgung des Landes zu nutzen, nehmen die Behörden oft Umbaupläne zum Anlass, diese und auch gleich noch den Bestand zu torpedieren. Jetzt wird auch noch das Restwasser – das am Werk vorbeifließende Wasser – drastisch erhöht. Das wird viele Kleinkraftwerke zur Aufgabe zwingen. So wird nicht mal die jetzt bestehende Leistung erhalten. Offenbar glaubt die Politik immer noch, es wäre genug Strom für den zukünftig stark steigenden Bedarf vorhanden. Doch wir werden in Zukunft jede noch so kleine Anlage brauchen. Die Wasserkraft erzeugt zuverlässig CO2-freien Grundlaststrom zu marktgerechten Preisen – und das auf regionaler Ebene.

Robert Kiermeier

Oberbergkirchen

Die Erschließung Bayerns für mehr Windanlagen ist nur dort sinnvoll, wo günstige Windbedingungen vorliegen. Dem Ausbau-Fortschritt stehen jedoch in weiten Gebieten Bayerns die durchschnittlich niedrigen Windgeschwindigkeiten entgegen. Die 10-H-Regel ist damit von sekundärer Priorität. Betrachtet man das „Jahresmittel der Windgeschwindigkeiten 1981-2000“ des Deutschen Wetterdienstes, dann stellt man fest, dass in Bayern nur im südlichen Böhmerwald und in den Alpen vernünftige Windverhältnisse vorliegen, die gute Strommengen liefern und damit den Einsatz von sehr teueren Hochleistungs-Windmaschinen rechtfertigt. Die verbleibende Fläche von Bayern ist, wo einigermaßen gute Windverhältnisse vorliegen, gut mit Windmaschinen abgedeckt, also nur bedingt ausbaufähig.

Durch die Alpenlage könnte Bayern seinen Klimabeitrag mit Pumpspeicher-Werken leisten, da es bislang keine vernünftigen Hochkapazitäten-Speicher gibt. Der immer wieder gegebene Stromüberschuss könnte dann für diese Speichersysteme verwendet werden, um dann in Bedarfszeiten zur Verfügung zu stehen. Also eine hydraulisch-mechanische Speicherung. Es ist nicht sinnvoll, einfach Zahlen wie Anzahl der Windräder hochzurechnen, ohne erst einmal die verfügbaren Windverhältnisse zu berücksichtigen. Eine abgestimmte Erweiterung im Gleichklang mit dem Abbau nicht erwünschter Energieträger (Kohle, Öl und Gas, alle CO2-erzeugend, sowie eine Bedarfsreduktion ist im Allgemeinen gefragt.

Ingrid Wieland

Prien

Der Artikel von Christof Rührmair und Roland Losch zeigt eigentlich sehr eindrucksvoll, wie wenig wir bereit sind, ganzheitlich zu denken, und an nichts an der Ursache unserer Probleme ändern wollen – sondern nur das, was wir jetzt schon machen, nur „anders“, „CO2-neutral“ oder „umweltfreundlicher“ betrachten wollen. Nur nichts am System ändern, das wäre zu ungemütlich.

Wenn man nur den Antrieb des aktuellen Verkehrs durch E-Motoren oder E-Fule ersetzt, löst das die Probleme nicht, die wir aufgrund des zu hohen Verkehrsaufkommens haben. Egal ob in Städten, auf den Autobahnen auf der Schiene – überall ist es zu eng, und das Einzige, was uns einfällt, ist breitere Straßen, doppelte Anzahl der Schienen zu bauen (vergleiche Diskussion zum Brenner-Nordzulauf und die Diskussion zwischen Bayern und Tirol zur Blockabfertigung). So lange wir an der Verkehrspolitik nichts ändern – das heißt, Abschaffen von unnötigen Transporten und deutlicher Ausbau des ÖNV, wird sich nichts lösen lassen.

Anstelle dessen fordern unsere „Wirtschaftsexperten“ „E-Fule“ mit Steuergeldern zu subventionieren, um so weiter zu machen wie bisher… Diese Subventionen wären im Ausbau des ÖNV besser aufgehoben. Und wir müssen unsere Bequemlichkeit abstellen und bereit sein, dafür ein paar Minuten unserer Zeit einzuplanen. Ob wir (alle Bürger) dazu bereit sind?

Stephan Oberprieler

Bad Feilnbach

Die Wandlungsfähigkeit der Grünen wird in dem Beitrag „Naturschutz bremst Klimaschutz“ hervorragend beschrieben. Ergänzend möchte ich noch auf das Paradoxon hinweisen, dass selbst Grüne gegen Windkraft sind, wenn Windräder in ihrer Umgebung gebaut werden sollen. Dies beweisen deutschlandweit hunderte Bürgerinitiativen. Außerdem sollte mit der gebetsmühlenartig behaupteten Mär von günstigeren Strompreisen aufgeräumt werden. Wie ist es zu erklären, dass trotz des enormen Zuwachses an sogenanntem erneuerbarem Strom die Kosten in den vergangenen 20 Jahren um 130 Prozent gestiegen sind?

Wie die neue Regierung die entstehende Versorgungslücke nach dem Atom- und Kohleausstieg decken will, bleibt weiterhin spannend. Sicher werden wir noch so manchen Gesinnungswandel erleben.

Ulrich Huber

Staudach-Egerndach

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