Auch Landwirten geht es ums Tierwohl

Zu den Leserbriefen „Nerven liegen blank“, „Respektvoller Umgang mit Tieren“ und „Das Wohl der Tiere“:

Liebe Frau Breuer, ich glaube, Sie haben gar nichts verstanden: Klar liegen die Nerven der Landwirte blank. Da würden Ihre Nerven auch blank liegen, wenn Sie nicht wüssten, wie es weitergeht. Hier geht es um unsere Existenz und unsere Kinder, ob die den Hof noch bewirtschaften können oder aber die Verbraucher doch lieber das Billige aus dem Ausland kaufen. Sie schreiben, Sie waren bei einem Sommereinsatz in Meran. Ich war auch einen Sommer auf einem Betrieb und habe dort gearbeitet. Das war für mich Urlaub. Das kann man nicht vergleichen. Ich arbeite dort und mache das, was mir angeschafft wird und brauche mich um sonst nichts kümmern. Aber beim eigenen Betrieb muss ich schauen, dass der Laden das ganze Jahr läuft.

Und wenn wir es so machen würden, wie es der Verbraucher so gerne sieht, jeder in der Landwirtschaft 20 Kühe und zehn Hühner hält, dann frage ich mich: Wie lange man davon die Menschen ernähren kann. Und wenn die Verbraucher dann sagen, sie steigen um, auf vegetarisch, ist das auch bald vorbei. Denn wenn wir nichts mehr düngen dürfen, wächst außer Sauerampfer und Brennnessel auch das Grüne nicht mehr. Um nochmal auf die Hörner von den Rindern zu kommen: Unsere Tiere haben keine Hörner, es gibt aber auch Rinder, die haben keine Hörner mehr. Ihnen, glaube ich, geht es gar nicht ums Tierwohl, sondern nur um das: Ob die Rinder Hörner haben oder nicht. Ich brauche auch keinen Kuhflüsterer, weil ich mit meinen Kühen und Kälbchen spreche und die sagen, dass es ihnen auch ohne Hörner gut geht.

Rosmarie Vorportner

Engelsberg

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