Auch die Infrastruktur rechtzeitig planen

Zur künftigen Entwicklung von Mühldorf (Berichte im Lokalteil):

Da ist von einem Wachstum der Stadt von 20 000 Einwohnern um 8000 Bürger die Rede, das sind 40 Prozent! Das heißt nicht nur Steuereinnahmen und Kaufkraft, sondern in erster Linie Kindergartenplätze, Schulen, Kanal-, Wasserversorgung, Verkehrsverbindungen, Personalkosten für Verwaltung und anderes mehr. Andererseits ist die „Haushaltsplanung auf Kante gestrickt, es gibt keine Einsparmöglichkeiten, vor allem Personalkosten für Kinderbetreuung belasten den Haushalt“. Wie will man 40 Prozent mehr Kinder betreuen? Kindergärten bauen? Wie will man zusätzliche Schulen bauen? Es ist nicht damit getan, mal schnell ein, zwei Kinder mehr in eine Klasse zu stecken! Wo fahren 40 Prozent mehr Autos, wenn die einzigen Verbindungswege zwischen Nord und Süd Friedhofsstraße und Stadtberg sind? Und Inn und Kanal mit ihren Brücken für Engpässe sorgen? Wo sollte eine Kläranlage entstehen? Reicht die Wasserversorgung aus – auch das sollte man nicht Aldi und Lidl überlassen! Ich möchte deshalb dringend darum bitten, diese Erfordernisse vor einer weiteren Ausweisung von Baugebieten zu überdenken und zu planen. Diese und eine eventuell in Zukunft realisierbare Osttangenten sollte nicht nur im Flächennutzungsplan vorgesehen werden, es sollte auch abgeklärt werden, wie das alles zu finanzieren ist, und die Maßnahmen sollten spätestens mit der Ausweisung der Baugebiete genehmigt und begonnen werden. Und nicht erst, wenn der Engpass entstanden ist und in aller Hektik festgestellt wird, was alles nötig ist. Schön ist es ja, sich mit dem Luxus eines Hallenbades und Sportgeländes zu befassen. Aber wie soll das noch gehen, wenn die grundlegende Versorgung nur schwer zu erreichen ist?

Monika Haneder

Mühldorf

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