Artensterben aufhalten

Zum Bericht „Landwirte fordern Rücktritt von Schulze“ (Regionalteil):

Dem „Bericht zur Lage der Natur“ von Bundesumweltministerin Svenja Schulze ist zu entnehmen, dass die industrielle Landwirtschaft unverändert für starke Verluste bei Insekten- und Vogelarten sorgt. Das gilt besonders für Schmetterlinge und andere Insektenarten.

Starke Verluste gibt es auch bei Vogelarten, die in Agrarlandschaften leben. Inwieweit dies auch für die herkömmliche Landwirtschaft zutrifft, bleibt dahingestellt. Ergänzend ist aber unter anderem dem Siedlungs- und Straßenbau, auch Sport und Freizeit wie auch dem Tourismus eine Mitschuld am Artensterben zuzuschreiben. Nicht nur die Landwirtschaft trägt zum Verlust der Artenvielfalt bei, sondern die gesamte Gesellschaft. Artenvielfalt, Umwelt- und Klimaschutz sollten, gerade in und nach Corona, die Chance bekommen, mit wirksamen Konjunkturimpulsen auch ökonomischer Art in Deutschland und EU-weit in eine für alle vertretbar vorbildliche wie notwendige Zielrichtung zu bringen sein. Dazu müssen wir alle unseren Beitrag leisten. Muss Regenwald abgeholzt werden zum Anbau von Soja, das für die Fütterung und Mästung der EU-Rinder und Schweine importiert wird? Gibt es zur erneuerbaren Energiegewinnung wirklich keine vernünftigere Alternative als Anbau von Mais und dessen Vergärung? Muss Grünland jährlich bis zu siebenmal gemäht und ebenso oft mit Gülle „versorgt“ werden?

Hier tragen vor allem wir Verbraucher große Schuld und Mitverantwortung. Wir müssen unsere Ernährungsansprüche radikal ändern und zurückfahren! Regionalen Produkten ist künftig Vorrang einzuräumen. Wir alle werden nicht darum herumkommen, den Gürtel künftig enger zu schnallen, denn der Klimawandel stellt eine viel größere Gefahr dar als das Coronavirus.

Ludwig Resch

Oberaudorf

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