Artenschutz im Garten wichtig

Fühlt sich in "unordentlichen" Gärten mit viel Laub und Reisig sauwohl: der Igel. Foto dpa
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Fühlt sich in "unordentlichen" Gärten mit viel Laub und Reisig sauwohl: der Igel. Foto dpa

Zur Meldung "Die gute Nachricht: Mehr Artenschutz" auf der Titelseite:

Wir können sehr viel zum Schutz der Natur beitragen, sofern wir unsere Einstellung zum Garten kritisch analysieren. Schon im Frühjahr werden oft Sträucher, Hecken und Bäume zurückgeschnitten, so nimmt man unseren Singvögeln die Lebensräume genommen. Häuser baut man so, dass kein Spatz mehr nisten kann. Bei jeder noch so unbedeutenden Straße werden regelmäßig die Seitenstreifen gemäht.

Die Agrarpolitik verursacht das Aus unserer Vielfalt, fast überall nur Mais. Viele Insekten sind dadurch vom Aussterben bedroht. Oft wird so früh gemäht, dass die jungen Lerchen getötet werden. Schönen bunte Wiesen gibt es kaum noch, weil sich keine Samen bilden können. Ich denke oft an die Feldraine von früher, wo viele wilde Sträucher, Hecken und Bäume wuchsen. Dort konnte man Fasane, Hasen und Rebhühner beobachten. Jetzt ist alles begradigt, damit es der Traktor leichter hat. "Flurbereinigung" nennt man diesen Frevel!

Die Natur ist empfindlich: Nachdem in unserem Dorf zwei große Bäume gefällt wurden, sind die Kleiber, die jeden Tag meinen Garten besuchten, weg. Ebenso die Rotkehlchen, nachdem die Sträucher in der Nachbarschaft radikal zurückgeschnitten wurden. Mit Sorge sehe ich auch, wie das Springkraut heimische Pflanzen verdrängt.

Die meisten "schönen und sauberen Gärten", mit den kleinen frisierten Bäumen, auf die die Besitzer so stolz sind, sind eine Katastrophe! Warum kann man nicht im Garten einen Platz schaffen mit vertrocknetem Laub und Zweigen für Igel und Vögel? Es ist schön, zuzuschauen, wie die Vögel ihre Jungen füttern, wie sie im Sand oder Wasser baden oder zu wissen, dass die jungen Amseln, die noch auf ihre Eltern angewiesen sind, im Garten ein sicheres Versteck gefunden haben. Man freut sich doch, wenn man am Abend auf der Terrasse sitzt und einen Igel zu Besuch bekommt.

Christine Glanz

Heldenstein

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