Arbeit der Schufa ist extrem intransparent

Zur Berichterstattung über die Schufa (Politik/Wirtschaft):

Man interessiert sich für eine Mietwohnung, ein Auto oder ähnliches, und plötzlich heißt es: abgelehnt. Der Grund: negative Schufa-Auskunft. Vor langer Zeit war die Schufa eine Institution – geschaffen, um Geschäftsleuten ihr Tagesgeschäft zu erleichtern, indem hartnäckige Nichtzahler und Betrüger von vorne herein keinen Anschluss im Geschäftsleben mehr fanden. In den letzten 20 Jahren ging man dazu über den Leuten ein persönliches Ranking zu verpassen, ein Punkteverfahren ähnlich wie im Straßenverkehr. Wenn zum Beispiel jemand nicht bezahlt, weil er einen Rechtsstreit führt, oder schlichtweg eine Bezahlung vergessen hat, merkt sich die Schufa wie ein elektronischer Elefant diese Dinge und trägt sie in eine Art Verhaltenskodex ein. Während man früher alle Hände voll zu tun hatte eine negative Eintragung löschen zu lassen, ist es heute üblich sich auf eine Wohlverhaltensphase einzustellen, die nur allmählich eine Rückkehr ins normale Geschäftsleben erlaubt – je nach Gutdünken der Firma Schufa. Man kann nichts machen, bis die Schulden oder Verbindlichkeiten völlig bezahlt sind, seien sie noch so ungerechtfertigt.

Die Schufa ist extrem intransparent, sie lebt von den zahlenden Mitgliedern, die sie umwirbt, während sie den Schuldnern die Rückkehr zur Bonität mit ihrem System teilweise unmöglich macht. Was hilft den Mitgliedern dieser Organisation diese Vorgehensweise, wenn immer mehr Leute durchs Raster fallen und sie ihre Produkte nicht mehr kaufen können. Sollen nur noch die Reichen bei den Reichen kaufen können? Schöne neue Schufa-Welt.

Wolfgang Fuchs

Bad Aibling

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