Ein Appell an die Verbraucher

Leserbrief zum Artikel „Sondergebiet für Hähnchenmaststall“ (Lokales):

Wieder einmal wird über die Zukunft eines landwirtschaftlichen Betriebes diskutiert. Dabei ist allein der Verbraucher dafür verantwortlich, dass der bestehende Stall mit seinem nachhaltigen Konzept von Wiesenhof mit mehr Tierwohl gescheitert ist. Herr Steiner hätte pro Tier ein Drittel mehr erlösen können. Er könnte seine Fixkosten auf weniger Tiere verteilen. Aber der Verbraucher war nicht bereit, dafür auch ein Drittel mehr zu bezahlen.

Lieber Verbraucher, wussten Sie eigentlich, dass sich viele Erzeugerpreise seit 1983 wie auch für Hähnchenfleisch mehr als halbiert haben? Die Inflation und damit gestiegene Produktionskosten beim Erlös aber hier noch nicht einmal berücksichtig sind? Wussten Sie eigentlich, dass Sie seit 1983 für Ihre Milch im Supermarkt mit kleinen Schwankungen den gleichen Preis bezahlen?

Wie können wir also unsere kleinstrukturierte bayerische Landwirtschaft retten? Mein Vorschlag: Viele haben für das Artenschutzabkommen „Rettet die Bienen“ unterschrieben und darin auch die Landwirtschaft dazu verdonnert in Zukunft 30 Prozent Lebensmittel biologisch zu produzieren, die aber keinen Abnehmer finden. Wir führen also ganz einfach an der Supermarktkasse ein Schrankensystem ein, das uns erst passieren lässt, wenn wir mit unserem Einkaufswagen auch mindestens 30 Prozent nachhaltig, fair oder biologisch produzierte Lebensmittel kaufen. Ansonsten wird eine Strafabgabe fällig, die es den Bauern wenigstens erlaubt, dass sie diese 30 Prozent produzieren und in der Müllverbrennungsanlage entsorgen können. Was halten Sie davon?

Unser Einkaufsverhalten betrifft alle Landwirte.

Johann Huber

Taufkirchen

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