Anti-Rassismus-Demos beschäftigen Leser

Der Tod von George Floyd löste weltweit Proteste gegen Rassismus aus. Auch in Deutschland – wie hier in Stuttgart – gingen die Menschen auf die Straßen.
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Der Tod von George Floyd löste weltweit Proteste gegen Rassismus aus. Auch in Deutschland – wie hier in Stuttgart – gingen die Menschen auf die Straßen.

Zum Artikel „Nach Tod von George Floyd: Weltweit Proteste gegen Rassismus“ und weiteren Berichten (Politikteil):

Während allein am Münchner Königsplatz mehr als 25 000 Menschen dicht gedrängt gegen Rassismus demonstrierten und es der Polizei nicht gelang, die Situation zu kontrollieren, fand nahezu zeitgleich erneut eine Anti-Corona-Demo auf der Theresienwiese statt. Dort sorgte auf dem weitläufigen Gelände eine unverhältnismäßige Anzahl von über 500 Polizeibeamten dafür, dass die 1000 Teilnehmer die Sicherheitsabstände einhielten. Wie bei bereits vorangegangenen Demos wurden bei Nichteinhaltung auch Platzverweise ausgesprochen. Diese führen übrigens zu einem Bußgeldbescheid mit einer saftigen Geldstrafe. Bei der großen Versammlung gegen Diskriminierung wurde im Nachhinein vonseiten unserer Politiker und Experten nur lapidar darauf hingewiesen, dass die Abstände nicht eingehalten wurden, aber immerhin die meisten Teilnehmer Masken trugen. Geht es hier (noch) um die Vermeidung von Neuinfektionen, oder wo liegen die Maßstäbe und die Verhältnismäßigkeit? Es stellt sich die Frage, ob die permanente Angst und Panikmache, die uns seit Wochen suggeriert wird, noch aufrechtzuerhalten ist, denn: Sollte nach Ablauf der geschätzten 14-tägigen Inkubationszeit der R-Faktor nicht signifikant über 1 liegen, so gäbe es folglich keine nachvollziehbaren Argumente mehr, warum wir es nicht unserem Nachbarn Österreich gleichtun und schnellstmöglichst durch Aufhebung der Abstandsregeln und Abschaffung der Masken, deren Wirksamkeit und Nutzen bis heute nicht eindeutig belegt werden konnten, ein Stück Normalität wiederherstellen.

Barbara Paulke

Bad Feilnbach

Eine kurze Anmerkung zur Absurdität des derzeit massiv durchs Dorf getriebenen Vorwurfs des angeblich überall vorhandenen Alltagsrassismus: Wenn der marrokanisch-stämmige Geschäftsführer der SpVgg Greuther Fürth, Azzouzi, Alltagsrassismus beklagt, weil eine Frau zum ihm gesagt hat, er spreche aber gut Deutsch, dann ist es streng genommen auch Alltagsrassismus, wenn mein Schwager aus Hannover zu mir, der ich von meinem Akzent her klar als Schwabe erkennbar bin, sagt, ich würde aber gut Hochdeutsch sprechen (weil wir Schwaben können ja bekanntermaßen alles außer Hochdeutsch). Man kann wirklich aus jeder Mücke einen Elefanten machen, wenn man nur will. Und derzeit ist dieser Wille im ganzen Lande deutlich zu spüren. Es ist wirklich kein Wunder, dass die Extremen am rechten Rand sich bemüßigt fühlen, ihre Parolen – die dann tatsächlich Rassismus widerspiegeln – umso stärker in den Ring zu werfen. Auf diese Weise züchtet man sich seinen rechten Sumpf regelrecht heran.

Manfred Altmann

Rosenheim

Weltweit gibt es Demos gegen Rassismus, die großteils friedlich verlaufen. Nur in den USA kam es bis jetzt in verschiedenen Staaten zu Gewaltausbrüchen. Präsident Trump verlangt von seinen Gouverneuren härteres Durchgreifen. Aber es scheint, die wollen hier ihre Eigenständigkeit nicht aufgeben und setzen auf Vernunft und nicht auf Gewalt. Da würden sich die Amerikaner auf die gleiche Stufe wie China vor 30 Jahren stellen, als die kommunistischen Machthaber auf dem Platz des himmlischen Friedens eine Demonstration mit Gewalt und vielen Toten niedergewalzt haben und bis heute über die Zahl der Toten noch schweigen. Es ist bedauerlich, dass sich Rassismus, Hass und Gewalt immer hemmungsloser durchsetzen und verschiedene links- sowie rechtsradikale Gruppen versuchen, unter dem Volk Unfrieden zu säen, damit die Regierungsarbeiten erschwert werden. Die Demokratie lebt von sachlichen Diskussionen und nicht von landesweiter Hetzpropaganda, die in den 30er-Jahren zur Diktatur und zur Katastrophe des Zweiten Weltkrieges geführt hat. Was sich der Polizist in den USA angemaßt hat, passt bestimmt nicht in eine rechtsstaatliche Ordnung. Inwieweit dieser Fall einem rassistischen Handeln zuzuordnen ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls darf nach dem Gesetz kein Unterschied bestehen, welche Hautfarbe jemand hat.

Josef Fenninger sen.

Weibhausen

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