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Leserforum

Ansichten über das Paradies

Zu den Berichten über Papst Benedikt XVI. (Weltspiegel):

Wie in der Zeitung zu lesen war, sehnt der emeritierte Papst Benedikt XVI. den „irdischen“ Tod und dann ein Wiedersehen mit vielen Freunden im Jenseits herbei, die dort schon auf ihn warten. Diese Glaubenshoffnung ist mindestens so alt wie das Christentum, aber immer noch so zweifelhaft und unwahrscheinlich wie vor 2000 Jahren. Zum Beispiel reagieren die Jünger nach dem Lukasevangelium auf die Nachricht von der Auferstehung Jesu: „Und es erschienen ihnen diese Worte, als wären es Märchen, und glaubten ihnen nicht.“ (Luk. 24,11). Auch der große deutsche Komponist Albert Lortzing stellt in einem Lied seiner viel zu selten gespielten Oper „Undine“ ein Wiedersehen im Jenseits zumindest in Frage, ohne es definitiv auszuschließen: „Vater, Mutter, Schwestern, Brüder, Hab ich auf der Welt nicht mehr, Kehrt‘ ich auch zur Heimat wieder, Fänd ich alles öd und leer. Hab schon öfter sagen hören, Dass man dort sich wiedersieht. Aber niemand kann’s beschwören, Keiner weiß, was dort geschieht. Wenn es fest und sicher stände, Dass man da sich wiederfände, wär‘ in jenen lichten Höh’n Wohl das schönste Wiedersehn!“

Die „lichten Höh’n“, womit der Himmel gemeint ist, deuten auf das Spekulative und Nebulöse der christlichen Jenseitsvorstellungen hin. Später wird Ludwig Thoma von einem waschechten Münchner namens Aloisius erzählen, welcher der himmlischen Langeweile (immer nur Halleluja singen und frohlocken) die Rückkehr zum irdischen Leben in seiner geliebten Münchner Stadt vorzieht.

Über Himmel und Erde sind also zwei prominente Bayern, Joseph Ratzinger und Ludwig Thoma, ganz verschiedener Meinung. Der Leser kann sich eine heraussuchen. P.S. Das nachgeschobene Dementi von Georg Gänswein wirkt durchsichtig und nicht überzeugend.

Ulrich Kretzschar

Prien

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