Der Anschlag in Halle und seine Folgen

Blumen und Kerzensind vor einer Synagoge abgelegt. Ein schwer bewaffneter Rechtsextremist hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, ein Blutbad anzurichten. dpa
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Blumen und Kerzensind vor einer Synagoge abgelegt. Ein schwer bewaffneter Rechtsextremist hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, ein Blutbad anzurichten. dpa

Zum Artikel „Entsetzen über Anschlag in Halle“ (Weltspiegel) und zum Kommentar von Michael Schleicher „Deutschland hat ein Problem“:

Der Anschlag auf die Synagoge in Halle macht deutlich, dass die Saat derer, die mit geistiger Brandstiftung unsere Demokratie in Schutt und Asche legen wollen, dabei ist, aufzugehen. Denn zumindest eines steht zu diesem Zeitpunkt fest: Der Angriff galt der jüdischen Gemeinde und damit allen Juden in Deutschland. Eine Erkenntnis, die uns sieben Jahrzehnte nach den Gräueln der Nazizeit zutiefst beschämen muss.

Sie ist nicht neu: Die „Mitte-Studien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Beispiel weisen seit 2006 auf diese Entwicklung und den nötigen Handlungsbedarf hin. Der Anschlag sowie der Mord an zwei völlig unbeteiligten Personen müssen uns endlich wachrütteln. Es bleibt zudem – das zeigt die Forschung – nicht beim Hass und der Gewalt gegen eine der Gruppen. Heute sind es wieder die Juden, morgen die Muslime, gegen die zum Beispiel Herr Stürzenberger immer wieder hetzt, übermorgen die Wohnungslosen. Und wir lassen zu, dass eine Partei in Bundestag und Landtagen sitzt, die die Nazizeit verharmlost, Rassismus schürt und mit Antisemitismus Stimmung macht.

Halle muss ein Wendepunkt sein, der entschiedenes Handeln und ein klares Bekenntnis fordert. Die Erkenntnisse und Forschungen liegen längst vor. Gegen Rechtsextreme muss mit allen Mitteln des Staates vorgegangen werden. Es kann nicht sein, dass Hass-Mails, in denen zu Gewalt und Mord aufgerufen wird, jeden Tag auf Facebook und anderen Plattformen zu finden sind. Und, dass Anzeigen gegen solche Angriffe ohne Folgen bleiben, weil angeblich der Server nicht ermittelbar ist, kann ebenfalls nicht sein.

Rechtsextreme können allerdings nur dort gut gedeihen, wo sich Menschen nicht mitgenommen fühlen und Angst vor der Zukunft haben. Auch darüber muss ehrlich gesprochen und gehandelt werden.

Angelika Graf

Rosenheim

Ich verachte jegliche Gewalt, die man einem Menschen antun kann, egal welcher Herkunft. Ich würde jedem, der wirklich in Not ist, helfen, egal welcher Herkunft. Ich würde unschuldige Menschen verstecken, egal welcher Herkunft, auch unter Gefahr.

Doch wenn eine Nation immer jammert, egal, was Deutschland dafür schon getan hat, dann stößt es auch mal an Grenzen. Ich bin die x-te Generation nach dem Zweiten Weltkrieg und ich lasse mich und meine Kinder nicht mehr als Kriegsverbrecher beschimpfen und ich habe es satt, dass x-Millionen von Geldern immer noch gezahlt werden, jetzt, fast 75 Jahre nach Kriegsende, und dann trotzdem ständig gejammert und neu gefordert wird.

Das nenne ich schon fast Ausbeutung der heutigen deutschen Generation, die nichts, aber auch gar nichts, mit Krieg zu tun hat.

Die Polizei in Deutschland tut wirklich alles, damit man so sicher wie möglich leben kann. Die erschwerten Bedingungen, auch bedingt durch die falsche Einwanderungs- und Asylpolitik, machen es nicht leichter.

Gabi Preuß

Haag

Erst den Attentäter unverpixelt auf dem Titelfoto, dann ein Selfie aus dem Tätervideo auf Seite 3: Das OVB unterstützt damit das Ziel des Täters, öffentlich groß herauszukommen. Ich wünsche mir hier mehr Verantwortungsgefühl bei meiner Lokalzeitung. Danke für Ihren Kommentar, Herr Schleicher.

Dr. Georg Gafus

Mühldorf

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