Angeheizte Klimadebatte

Das Thema Klimawandelbeherrscht derzeit die Schlagzeilen. dpa
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Das Thema Klimawandelbeherrscht derzeit die Schlagzeilen. dpa

Zur Berichterstattung über das Klimapaket, die Klimadebatte, den Artikel „EU bläst zur Klimarevolution“ (Politikteil) sowie zum Leserbrief von Bernd Wagner:

Einige Artikel zeigen das Thema Klimaschutz auf höherer Ebene (Europäische Union) und in den Niederungen des Alltags. Der Treiber dieses Themas ist eine Bewegung, die ziemlich überspannt ist. Seit dem Waldsterben in den 80er- Jahren hat es das nicht mehr gegeben.

Zwei Aspekte sind geeignet, das Thema etwas zu relativieren: Der „menschengemachte“ Beitrag zum Kohlendioxidgehalt der Lufthülle beträgt nur fünf Prozent. Der gesamte Kreislauf von Bildung der Biomasse und Konsum von Kohlendioxid im Gegenzug zur Bildung von CO2 durch Verbrennung und Verwesung ist 20-mal größer (400 Gigatonnen). Die EU will eine Billion Euro bereitstellen, um den CO2-Anstieg zu bekämpfen. Wälder sind die beste Kohlendioxid-Senke. Mit diesem Geld bekommt man etwa 100 Milliarden Bäume. Diese würden die gegenwärtige Konzentration von CO2 halbieren auf einen Wert von 200 ppm (Anteile pro Million), einen Wert, den wir vor 10 000 Jahren während der letzten Eiszeit hatten.

Ein weiterer Aspekt relativiert ebenfalls das Problem: 1,9 Milliarden Menschen auf der Welt sind übergewichtig. Würden sich diese Menschen normal ernähren, so würden 200 Gigatonnen CO2 weltweit eingespart, die zehnfache Menge, die bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas entsteht.

Dr. Heinz Brecht

Söchtenau

Für den Leserbrief möchte ich mich bei Bernd Wagner bedanken. Ich, Jahrgang 38, habe dieselben Erfahrungen und bin glücklich über meine wunderschöne Jugendzeit.

Manfred Scheck

Bad Endorf

Die Hysterie bezüglich des Klimawandels hat dazu geführt, dass Fakten und physikalische Gesetze ignoriert werden. Stattdessen wird von der Bundesregierung ein „Klimapaket“ erlassen, das den mittelalterlichen Versuchen gleicht, eine Pestepidemie mit Gebeten, Bußübungen und Ablasshandel zu bekämpfen.

Betrachten wir die Fakten: Der Anteil der Bundesrepublik am weltweiten Primärenergieverbrauch – und damit am CO2-Ausstoß – betrug im vergangenen Jahr 2,3 Prozent, der der EU insgesamt zwölf Prozent. Der Primärenergieverbrauch weltweit stieg von 2007 bis 2017 im Durchschnitt jährlich um 1,5 Prozent, im vergangenen Jahr sogar um 2,9 Prozent. Mit anderen Worten: Selbst wenn die Bundesrepublik ihren CO2-Ausstoß auf null reduzieren könnte, würde das durch den Anstieg in anderen Ländern in nicht einmal zwei Jahren ausgeglichen. (Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2019). Die Hoffnung, die benötigte Energie jemals komplett mithilfe der heute verfügbaren sogenannten erneuerbaren Energien bereitstellen zu können, ist illusorisch.

Derzeit wird der Primärenergiebedarf der Bundesrepublik zu 14 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt – und die bereits erkennbaren Nebenwirkungen, wie durch Windräder verschandelte Landschaften oder die Maismonokulturen im Mangfalltal, sind eher schädlich.

Richtig ist, dass wir von den fossilen Energieträgern wegkommen müssen, wenn wir eine weltweite Klimakatastrophe vermeiden wollen. Damit dies gelingt, sollten wir uns bewusst machen, dass die Menschheit auf einem riesigen Energiereservoir sitzt: Faktisch sitzen wir auf einem Feuerball. Wenn also in Klimaschutz investiert wird, sollte das Geld in ein Projekt fließen, das der Forschung und Entwicklung der Technologie zur Erschließung der Energie aus dem Feuer der Erde dient.

Gunthard Anderer

Feldkirchen-Westerham

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