Andere Meinung bedeutet nicht gleich Hetze

Zum Bericht „Die Hetzer“ auf der „Blickpunkt-Seite“:

Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, mich jenseits der sogenannten etablierten Presse im Internet informieren zu können über andere Sichtweisen und Perspektiven. Es erweitert die eigene Sichtweise erheblich. Auch die Falsch- und Nichtmeldungen der etablierten Presse lassen sich dadurch besser einordnen. Ich finde es unverantwortlich, wie die etablierte Presse über die Kriegshandlungen der NATO informiert oder eben nicht informiert. Wir führen Angriffskriege, die als Friedenseinsätze deklariert werden, dass man sich nur noch schämen kann. Insofern ist dieser Beitrag auch wieder wertvoll, weil er eben eine breite Öffentlichkeit informiert über die Möglichkeiten, sich noch anderweitig Informationen einzuholen.

Sandra Schieder Frasdorf

Von den im Artikel genannten Medien kenne ich sehr gut die „Junge Freiheit“, weil ich sie regelmäßig lese. Dem Vorwurf, diese Zeitung verbreite „Gezielt erfundene Nachrichten und Verschwörungstheorien“, möchte ich entschieden widersprechen. Hetze bedeutet im Allgemeinen unsachliche, verunglimpfende Äußerungen zu dem Zweck, Hass gegen Personen oder Gruppen hervorzurufen, Ängste vor ihnen zu schüren, sie zu diffamieren oder zu dämonisieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die Judenhetze im Nationalsozialismus, bei der besonders die berüchtigte Zeitung „Der Stürmer“ aktiv geworden ist. Mit Verlaub: Will Correctiv die „Junge Freiheit“ in die Nähe des Stürmers rücken? Nicht unbedingt, es genügt schon die Tatsache, dass sie regelmäßig die Flüchtlingspolitik der Regierung kritisiert, in anderen Politikfeldern den Finger in die Wunde legt und entsprechende Leserbriefe veröffentlicht. In der 47-zeiligen Positionsbeschreibung über die „Junge Freiheit“ kann ich beim besten Willen keinen Hinweis finden, der auf Hetze hindeuten würde. Auffällig sei die Nähe zur AfD. Es bleibt festzustellen, dass Letztere inzwischen einen festen Platz in der Parteienlandschaft hat und in einigen Länderparlamenten einen gewissen, wenn auch bescheidenen politischen Einfluss ausübt. Das muss einem nicht gefallen, deshalb aber einer Zeitung Hetze vorzuwerfen, weil sie mit einer solchen Partei sympathisiert, erschließt sich mir nicht. Im Übrigen schlägt die „Junge Freiheit“ gegenüber der AfD durchaus auch kritische Töne an. An den Begriff „Hetze“ sind schon höhere Anforderungen zu stellen, als es Correctiv tut, anderenfalls liefe dies darauf hinaus, sich jeder Kritik enthalten zu müssen.

Rainald Schörghuber Kolbermoor

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