Alles für den Neu-Bürger

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Zum Thema Nachverdichtung in Waldkraiburg (Lokalteil):

Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor: In einer Tempo-30-Zone haben es einige besonders eilig. Die zuständige Verkehrsbehörde billigt erst kleinere, später dann größere Überschreitungen (mit der Begründung: „Kann aus verkehrspolitischer Sicht noch akzeptiert werden“). Unvorstellbar? Gott sei Dank ja.

Wenn man nun aber diese Logik auf die Wohnungsbaupolitik der Stadt Waldkraiburg überträgt, dann wirkt das durchaus realistisch. Als ich Anfang der 90er-Jahre in Waldkraiburg baute, wurden die Baugesetze ohne Wenn und Aber zugrunde gelegt. An ein zusätzliches Stockwerk war nicht zu denken. Es galt der Ensemble-Schutz, das Haus musste sich in die Umgebung einfügen. Sogar die Höhe des Kniestocks wurde geprüft. Und jetzt? Vier Geschosse direkt neben einem Einfamilienhaus sind heute offensichtlich kein Problem, morgen dann vermutlich fünf Geschosse neben einem Bungalow.

Alles für den Neu-Bürger, der sich hier wohlfühlen soll. Dem Alt-Bürger, der sich dagegen zur Wehr setzt, wird unterstellt, dass er nur an sich denkt. Nun, wem die Alt-Bürger von heute egal sind, dem sind es morgen auch die Neu-Bürger.

Arno Kehrich

Waldkraiburg

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