Alkoholkontrollen mit Augenmaß

Zum Bericht „Alkoholkontrollen der Polizei als Wegelagerei kritisiert“ im Lokalteil:

Leider hat in den letzten zehn Jahren bei der Polizei die Unsitte immer mehr zugenommen, ganz normalen Autofahrern aufzulauern und ohne erkennbaren Grund dem Pkw-Fahrer oft kilometerweit nachzufahren und dann zu kontrollieren. Mir selbst ist ein solches „Auflauern“ schon zweimal passiert, in Altdorf bei Landshut und in Taufkirchen an der Vils. Und das ist kein Einzelfall: Ein guter Nachbar hat im Landkreis Mühldorf ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Polizei ist natürlich be- rechtigt, jederzeit verdachtsunabhängige Verkehrskontrollen durchzuführen. Ich finde es aber unsäglich, wenn einen die Polizei ohne jeglichen Verdacht oder Grund (zum Beispiel defektes Licht, zu schnelles oder langsames Fahren) verfolgt und einen Alkotest durchführt. So werden alle Autofahrer grundlos unter Generalverdacht gestellt. Und sowas sollte eigentlich nicht sein.

So muss ich Herrn Auer („Was mich freut, was mich ärgert“) recht geben. Wenn die Polizei in der Nähe eines Lokals abfahrende Autofahrer überprüfen will – was ihr gutes Recht ist – dann sollte sie doch bitte vor Antritt der Fahrt kontrollieren. Und wenn der Verdacht besteht, dass die kontrollierte Person zu viel Alkohol getrunken hat, kann auch ein Alkotest durchgeführt werden. Auf keinen Fall darf jedoch die Polizei eine sichtlich angetrunkene Person mit dem Pkw wegfahren lassen und anschließend kontrollieren. Damit würde sie eine Trunkenheitsfahrt zulassen. Nicht Alkoholkontrollen, insbesondere in der Faschingszeit, sind zu kritisieren, sondern die Art und Weise, wie diese Alkoholkontrollen durchgeführt, werden, beziehungswese zustande kommen.

Johann Knidlberger

Oberbergkirchen

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