Aiblinger Hütte: Verständnis und Kritik für beide Seiten

Leserbrief zum Beitrag „40 Jahre Ehrenamt auf der Aiblinger Hütte“ (Regional- und Lokalteil):

Nachdem die Berichterstattung meiner Meinung nach sehr einseitig die Sicht von Herrn Bodner darstellt, möchte ich meine Sicht als langjähriges Mitglied der DAV-Sektion (über 40 Jahre) und regelmäßiger Besucher der Aiblinger Hütte darstellen. Ich habe Otto Bodner persönlich bei Besuchen auf der Aiblinger Hütte kennengelernt. Nach meinen Erlebnissen habe ich durchaus Verständnis dafür, dass ein weiterer Einsatz als Hüttenwart für die Sektion nicht mehr tragbar war. Mir sind zahlreiche Vereinsmitglieder bekannt, die nicht in der Aiblinger Hütte übernachten, wenn Herr Bodner Hüttenwart ist.

Entgegen der Berichterstattung haben in den letzten Jahren nach Beschwerden Gespräche mit Herrn Bodner stattgefunden. Da diese offensichtlich keine Besserung brachten, blieb der Vorstandschaft nichts anderes übrig als Herrn Bodner nicht mehr einzusetzen. Auch habe ich Respekt vor der Entscheidung der Vorstandschaft, das Fehlverhalten nicht öffentlich zu diskutieren, auch wenn Herr Bodner nun die Öffentlichkeit sucht und damit bewusst dem Ruf des Alpenvereins schadet. Auch sein hohes Alter ist meines Erachtens keine Entschuldigung hierfür. Mir stellt sich nach dem letzten Zeitungsartikel die Frage, ob die Vereinsführung nicht auch Herrn Bodner junior von seiner Tätigkeit als Hüttenwart entlassen sollte, da auch er mit unwahren Äußerungen dem Verein schaden will.

Enttäuscht bin ich über das Verhalten des OVB, dem Wunsch von Herrn Bodner nach einer Schlammschlacht nachzukommen, obwohl sich die Vorstandschaft daran nicht beteiligen will. Mittlerweile hat Herr Bodner geschätzt eine Zeitungsseite für seine Sicht der Dinge erhalten, während Berichte über Aktivitäten des Vereins in letzter Zeit mit Hinweis auf den fehlenden Platz nicht veröffentlicht werden.

Stefan Schiffmann

Kolbermoor

Ich hatte immer eine positive Meinung vom Alpenverein. Aber wie es anscheinend in der Sektion Bad Aibling zugeht, gefällt mir nicht. Frau Klimesch äußert sich erst nach dem zweiten Pressebericht und dann mit fadenscheinigen Argumenten nach mehreren „mündlichen Beschwerden“. Was mich als Außenstehenden erstaunt, dass man keine weiteren Informationen von anderen Gästen auf der Hütte eingeholt hat, um die Vorwürfe zu bestätigen oder sogar zu entkräften. Wollte der Vorstand den Hüttenwart loswerden und hat auf eine passende Gelegenheit gewartet? Hat es die mündlichen Beschwerden überhaupt gegeben? Für mi hod des ois a Gschmacki.

Hans Burtscheidt

München

Mein Mann und ich waren über 30 Jahre lang ehrenamtliche Hüttenwarte auf der Aiblinger Hütte. Der Hüttenwart hat auf der Hütte dafür zu sorgen, dass alles reibungslos und vernünftig abläuft. Da es sich um eine Selbstversorgerhütte handelt, hat der Gast seinen Teil beizutragen. Manche Gäste glauben aber, sich nicht an bestimmte Regeln halten zu müssen. Manchmal waren wir deshalb dazu gezwungen, ein klärendes Gespräch mit den Gästen zu führen. Der Hüttenwart steht sowieso mit einem halben Fuß im Gefängnis, sollte es zu Unfällen auf der Hütte kommen. Der betroffene Hüttenwart Otto Bodner hat oft keine Einsicht auf die Beschwerden der Gäste bekommen. Jeder Beschuldigte sollte zu den ihm vorgeworfenen Vorfällen Stellung nehmen können und seine Sicht der Dinge darstellen dürfen. Unter Bergkameraden sollten zudem solche Probleme von Anfang an auf Augenhöhe besprochen werden. Jeder der Hüttenwarte übt das Amt freiwillig und gern aus.

Irmgard Osterloher

Bad Aibling

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