Absprache wichtig

Zu "Aufstand der Geistergeher" ("Im Blickpunkt"):

Mir scheint die Überschrift nicht treffend. Wenn man es genau betrachtet (damit ist niemand individuell gemeint, ich schere mal alles über einen Kamm), müsste es eher heißen "Aufmarsch der Hirnlosen". Das ist natürlich provokativ gemeint, nicht jeder Pistengeher agiert "hirnlos". Dass aber nun ein "Skitourensportlerverein" ein Betretungsrecht erklagen will, finde ich traurig, wenn nicht gar lächerlich. Es kann nur in Absprache funktionieren, damit Liftbetreiber wie Geher zufrieden gestellt sind.

Ich bin seit nahezu 40 Jahren Skibergsteiger, Gehen auf der Piste ist für mich bestenfalls eine Notlösung. Wenn ich lese, dass man keine "unbequemen Aufstiege oder Umwege" in Kauf nehmen, also bequem über präpariertes Gelände gehen will, frage ich mich, welchen sportlichen Hintergrund das hat.

Ich bin, wie Protestführer Robert Herz, gelegentlich auf der Skipiste anzutreffen. Ich würde mich bedanken, wenn dort plötzlich ein Aufmarsch der Pistengeher stattfände, meine Sicherheit als bezahlender Skifahrer würde ich als sehr gefährdet betrachten. Das einzige Zugeständnis, das ich mache, sind traditionelle Tourengebiete wie im Spitzinggebiet, wo der Anmarsch über die Piste stattfinden muss, weil diese das freie Skigelände abriegelt. Das Argument "Der Skitourengeher war eher da" ist oft nicht zutreffend, weil es vor dem Bau der jeweiligen Lifte nur sehr wenige Skitouristen im heutigen Sinne gab. Letztlich macht es die Masse aus. Solange nur wenige Pistengeher unterwegs waren, gab es keine Klagen - erst der Massenauftrieb der letzten Jahre hat diese hervorgerufen.

Einsicht der Geher in eine Lenkung wären angesagt, nicht das Gegenteil. Ich möchte Robert Herz hören, wenn er im freien Gelände auf Tour ist, und es kommen ihm ständig Skifahrer in die Quere, die der Helikopter auf den Gipfel gebracht hat, den er gerade ansteuert.

Harald Kaiser

Raubling

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