Abgeordnetensitze leer

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Foto dpa
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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Foto dpa

Zur Berichterstattung über SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Politikteil:

Das Medieninteresse am frisch gekürten SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück fokusierte sich offensichtlich primär am Umfang und satten Ertrag seiner hochdotierten Rednerkunst. Die Steuererklärung von Herrn Steinbrück geht eigentlich den Wähler nichts an. Und wer für Vorträge bei Großbanken und Versicherungskonzernen viel Geld bekommt, ist auch kaum korruptionsanfälliger als jene grauen Mäuse der Parlamentarier, die öfters mal an das üppige wirtschaftsfinanzierte Buffet dürfen. Skandalös ist allerdings, dass etliche Abgeordneten-Sessel im Parlament derartig oft bei entscheidenden Sitzungen leer bleiben (wie bei Herrn Steinbrück) und diese Herrschaften ganz offenbar für andere Dinge zu viel Zeit haben (wie Steinbrück), weil die Parlamentsarbeit - siehe Euro-Rettung - im Abnickmodus läuft. Es ist dies weiter skandalös, weil die verbliebene Parlamentarier-Arbeit vom steuerfinanzierten Mitarbeiterheer in den üppig ausgestatteten Fraktionen erledigt wird oder gar an Anwaltskanzleien "geoutsourct" wird. Die Abgeordneten sollen außer ihren Nebeneinkünften ihre wirklich geleistete Parlamentsarbeit transparent und bekannt machen, für die sie von den Steuerbürgern bezahlt werden.

Gerd Höglinger

Rosenheim

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