Abenteuertrip

Zu "Der Weg ist frei" im Lokalteil:

Wenn man über manche Entscheidung des "Töginger Kapellmeisters Horst Krebes und seiner Chorgemeinschaft" nur den Kopf schütteln mag, so verschlägt es einem schlicht die Sprache, liest man den Bericht über die Übergabe der neuen Unterwasser-Inn-Kanalbrücke. Für einen Moment glaubt man, "sich verlesen" zu haben, hier spricht unser Bürgermeister sogar von "Stolz". Kann mir einer das erklären? Wenn ein Staatsbetrieb wie die österreichische Verbund AG von "Verhandlungen auf Augenhöhe" spricht, dann hängt das allzu oft mit einer Verschlechtetung oder Verteuerung zusammen. Sie darf zwei vorhandene Brücken stillsetzen, also sich aller zukünftigen Unterhaltungskosten entledigen - für die Bürger ein Unding.

Besonders dreist ist das Argument unseres sozialistischen Einheitsblocks und der Freien Mehrheitsbeschaffer, durch die Tragkrafterhöhung auf 30 Tonnen könnten schwere Landmaschinen übersetzen. Bisher fuhren alle Landwirte auf der einen Kilometer entfernten Oberwasser-Brücke zu ihren Feldern, selbst die Schwertransporte der Brückenbauer fanden diesen Weg.

Für die Stadt Töging ist das Bauwerk längst ein Abenteuertrip geworden, der jedoch gegenüber der Öffentlichkeit beharrlich als alternativlos dargestellt wird. Sie wird sich über Jahre und Generationen als Geldvernichtungsmaschine entpuppen. Was um Himmels willen, fragen sich die Bürger, hat sich die Mehrheit der Stadträte gedacht, als sie das Vertragswerk guthießen? Dass unser Bürgermeister jetzt als Heilsbringer auftritt und stolz die 300000 Euro Ablöse für Grundstückskauf eingesetzt hat, soll Unruhe abbauen und ablenken. Die Rechtfertigung kommt nicht aus heiterem Himmel, sondern wird ganz geschickt unter die Leute gebracht - und das an mehreren Fronten.

Wenzel Schuster

Töging

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