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Meinung

Eriksen-Zusammenbruch bei der Fußball-EM: Grenzwertige Anteilnahme

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Marc Beyer
  • VonMarc Beyer
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Es gibt Interesse und berechtigtes Interesse. Die Grenze ist allerspätestens an dem Punkt erreicht, wo der intimste Bereich des menschlichen Lebens beginnt.

Wenn also unklar ist, ob ein Fußballer lediglich kurzzeitig das Bewusstsein verloren hat (was schlimm genug ist) oder ob er um sein Leben kämpft, sollte das keinen Kameramann und keine Senderegie mehr etwas angehen.

Dänische Mannschaft gibt beste Figur

Mit Stunden oder Tagen Abstand sagt sich das allerdings leicht. In einer so heiklen und sensiblen Situation das Ausmaß des Dramas einzuschätzen, kann auch erfahrene Beobachter überfordern. Auf den Umgang mit Lebensgefahr ist man bei einer Fußball-EM selten vorbereitet. So gesehen hat das ZDF im Rahmen seiner Möglichkeiten nicht alles, aber vieles richtig gemacht. Das fällt auch deshalb so angenehm auf, weil parallel einzelne Medien Nahaufnahmen des kollabierten Spielers verbreiteten. Mit allgemeinem Informationsbedürfnis hat das nichts mehr zu tun, nur mit nacktem Voyeurismus.

Die mit Abstand beste Figur gab die dänische Mannschaft ab. Wie sie spontan den Kollegen vor den Blicken der Öffentlichkeit abschirmte, zeugt nicht nur von einem Zusammenhalt, der tief berührt. Die Spieler sind auch Profis und kennen ihr Publikum, das Gaffertum manchmal mit berechtigtem Interesse verwechselt.

Marc.Beyer@ovb.net

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