Zukunft der Rente Auch Beitragszahler im Blick behalten

Zukunft der Rente. Auch Beitragszahler im Blick behalten .

SEBASTIAN HORSCH

2020 werden die Renten wieder deutlich steigen – auch dank der zuletzt brummenden Wirtschaft. Doch in naher Zukunft drohen schwierigere Zeiten. Trotzdem schraubt die Politik die Ausgaben immer weiter hoch.

Die Anzeichen sind nicht zu übersehen: Der steuerfinanzierte Bundeszuschuss, der jedes Jahr in die Rente fließt, steigt beständig und lag 2018 schon bei fast 70 Milliarden Euro. Die Renten-Rücklagen werden hingegen bis 2025 zusammenschrumpfen. Die Rentenversicherung prognostiziert dann einen Ansprung der Beiträge von 18,6 auf 19,8 Prozent. Dazu kommt: Wenn die selbst kinderarmen Baby-Boomer bald in den Ruhestand gehen, werden immer weniger Junge für immer mehr Alte bezahlen. Und somit auch für die teuren Maßnahmen, die die Große Koalition beschlossen hat. Erst die Rente mit 63. Dann eine mit 11,4 Milliarden Euro jährlich noch teurere Mütterrente. Zuletzt wurde eine Haltelinie für das Rentenniveau festgezurrt. Und jetzt kommt noch eine in Teilen ziemlich willkürliche Grundrente oben drauf. Selbstverständlich sind all diese Leistungen den meisten zu gönnen, die sie bekommen. Und natürlich sollte niemand in Deutschland in Altersarmut leben müssen. Allerdings gehört zur Wahrheit, dass zuletzt gerade die Mehrheit der Rentner profitiert hat, die zum Glück nicht arm ist.

Nächstes Jahr soll die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission einen Vorschlag machen, wie sich die Rente weiterentwickeln soll. Dabei sollte sie darauf achten, dass diejenigen nicht aus dem Blick geraten, die heute und in den kommenden Jahrzehnten die Beiträge bezahlen müssen. Nicht zuletzt, weil Altersarmut in den meisten Fällen im Erwerbsleben entsteht.

Sebastian.Horsch@ovb.net

Kommentare