Meinung

Sanktionen und Impfstoff: Zahnloses Europa gegen Russland

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Es sind verstörende Szenen, die da über die Sozialen Netzwerke aus Russland nach Deutschland gelangen.

Schwer bewaffnete Polizisten, die einen Fahrgast aus einem Taxi zerren, um auf ihn einzuschlagen. Ein Journalist, der zu Boden geht, weil ihm ein Polizist einen Schlagstock erst ins Gesicht und dann über den Kopf drischt. So subtil Moskau oft gegen seine Opposition vorgeht – so demonstrativ lässt Wladimir Putin die Staatsgewalt diesmal zuschlagen. Offenbar ist die Sorge groß, dass sich der Fall des erst vergifteten, dann verurteilten Alexej Nawalny zum Flächenbrand entwickeln könnte.

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Es ist bitter, dass Europa und vor allem Deutschland, wo der Kremlkritiker in den vergangenen Monaten gesund gepflegt worden war, dem Treiben mal wieder hilflos zusieht. Erneut ist von Sanktionen die Rede – als ob das bislang im Kreml irgendeinen Eindruck hinterlassen hätte. Noch bitterer wird es aber, wenn Angela Merkel gleichzeitig den russischen Corona-Impfstoff preist. Weil Europa es selbst nicht auf die Reihe bekommt, will Berlin nun Moskau sogar bei der Produktion helfen – schließlich geht es darum, hierzulande Leben zu retten.

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Putin könnte sich bald wieder ins Fäustchen lachen. Die Europäer reden über Menschenrechte, während er Fakten schafft. Seine Propagandamaschinerie würde den Export des Impfstoffs groß ausschlachten. Europa sei Dank.

Mike.Schier@ovb.net

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