Wunderbar unbürokratisch

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Heizpilze in München. KLAUS VICK.

Manchmal geht es schnell. Selbst in der deutschen Bürokratie. Und man wundert sich: Muss erst eine Krise ausbrechen, um Dinge wie die „Schanigärten“ in München oder das Aufstellen von Heizpilzen ganz unkompliziert und im Rekordtempo zu ermöglichen? Das viel gescholtene Münchner Kreisverwaltungsreferat hat sich hier flexibel gezeigt. Und die Politik ein Auge zugedrückt.

Zu Recht. Die Gastronomie musste und muss in der Corona-Krise viel ertragen: zunächst die Komplettschließung, dann Gästelisten, Plexiglasscheiben zwischen den Tischen, ein Hü und Hott bei der Gästezahl oder das Maskentragen in Biergärten. Wenn Wirte in der Metropole München ihre Gäste nun mithilfe von Heizpilzen länger im Freien bewirten können, ist das nur eine faire Kompensation für entgangene Einnahmen.

Die erweiterten Freischankflächen haben dem Flair der Stadt sowieso gutgetan. Nicht wenige Gastronomen haben die Zusatzflächen liebevoll gestaltet. Das Hauptargument für die Schanigärten ist simpel: Der Zuspruch der Bürger überstrahlt den partiellen Ärger über verloren gegangene Parkplätze – immerhin weit über 1000. Zu begrüßen ist auch, dass die grün-rote Rathaus-Regierung die neuen Flächen zumindest für Sommer dauerhaft genehmigen will. Bei den Heizpilzen ist das eine andere Sache. Die sollen aus Gründen des Umweltschutzes eine Ausnahme bleiben. Auch dagegen ist nichts einzuwenden.

Klaus.Vick@ovb.net

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