Würdeloses Tauziehen

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Die AfD nach dem Klausur-Eklat. MARCUS MÄCKLER.

Man sollte aufhören, von neuen Tiefpunkten zu sprechen, von Gräben oder Rissen, die sich – mal wieder – vergrößert haben. Das impliziert schließlich, es bestehe die Möglichkeit der Besserung. Davon kann die gespaltene Landtags-AfD aber nicht mal mehr träumen.

Der Abbruch der Herbstklausur hat gezeigt, dass sich die beiden zerstrittenen Gruppen innerhalb der Fraktion nichts mehr zu sagen haben. Keiner ist willens, an Lösungen zu arbeiten, stattdessen ergehen sich die Lager in Schuldzuweisungen und einem würdelosen Tauziehen um die Macht. Die Zwölfer-Gruppe stellt den anderen ein Bein, wo immer sie kann. Der Vorstand hat sich indes entschlossen, seine heikle Lage zu ignorieren und die Situation auszusitzen. Dass Fraktionschef Ingo Hahn gestern allen Ernstes von zwei Tagen harter Klausur-Arbeit sprach, dass der Parlamentarische Geschäftsführer Christoph Maier erklärte, die Mehrheit der anderen sei bloß eine „gefühlte“, ist ganz bewusste Realitätsverweigerung zum Zweck des Machterhalts.

Es ist kein Zeichen der Schwäche, nicht miteinander zu können. Aber es ist armselig, diesen ausweglosen Nullzustand über eine ganze Legislaturperiode auszudehnen. Inhaltlich ist und bleibt die AfD so eine Phantomfraktion, die nur dann auffällt, wenn es intern kracht.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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