Willkommen im 21. Jahrhundert

Schule nach Corona. MIKE SCHIER.

Ab Montag endet auch für die letzten Jahrgänge in Bayern die schullose Corona-Zeit. In kleineren Gruppen, im wöchentlichen Wechsel gibt es bis zu den Sommerferien einen Hauch von Normalität. Oft ohne Noten, dafür mit Abstand. Die Corona-Nachwehen werden das Bildungssystem noch lange beschäftigen. Viel Stoff ist liegen geblieben. Zu den Verlierern gehören vor allem Schüler, die aus bildungsferneren Schichten kommen. Wo Eltern kaum Deutsch sprechen oder nie eine höhere Schule besucht haben, stieß das Homeschooling rasch an Grenzen.

Doch es gibt auch Positives: Die Zeit ohne Präsenzunterricht hat die Schulen geradezu in die Modernisierung gezwungen. Endlich! Plötzlich mussten sich auch ältere Lehrer mit Videokonferenzen und multimedialen Lernformaten beschäftigen. Die Schüler, allesamt als digital natives mit Computern aufgewachsen, beobachteten das zuweilen amüsiert. Doch die Chancen steigen, dass Bildungseinrichtungen künftig besser vermitteln, was für die moderne Lebenswelt essenziell wäre. Nichts gegen Latein oder Altgriechisch – aber in der digitalen, globalisierten Welt wären Informatik oder der kritische Umgang mit dem Internet (Datenschutz, Medienkompetenz) ebenso wichtig. Das ist eine Frage des Lehrplans.

Es musste erst Corona kommen, dass Kultusminister Piazolo die technische Ausstattung der Schulen anschiebt. Die Standards sind unterschiedlich – aber zu oft wird noch mit dem Overhead-Projektor gearbeitet. Wenn Kinder die Zukunft sein sollen, muss man ihre Lehrer zumindest so ausrüsten, wie es der Gegenwart entspricht.

Mike.Schier@ovb.net

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