CSU will Artenschutzgesetz Bienen würden Söder wählen

CSU will Artenschutzgesetz. Bienen würden Söder wählen .

GEORG ANASTASIADIS

Wenn du einen Gegner nicht besiegen kannst, dann mach’ ihn dir zum Freund, lautet eine alte List. Also umarmt Ministerpräsident Markus Söder die Umweltbewegten so fest, dass denen fast die Luft ausgeht: Ein Artenschutz-Gesetz so wunderschön und grün will der Landesvater von seiner Bayernkoalition im Parlament verabschieden lassen, dass selbst die Bienen dafür stimmen würden.

Man kann Söder vieles vorwerfen, aber nicht mangelnde Lernfähigkeit. Das laufende Bienen-Volksbegehren, für wie sinnvoll man es auch halten mag, hat das Zeug, der Staatspartei die zweite wuchtige Niederlage binnen eines halben Jahres zuzufügen. Mit der Wand aber, gegen die die CSU im Sommer 2018 mit ihrer Asylpolitik anrannte, will Söder kein zweites Mal Bekanntschaft machen. Deshalb macht er Bienen und Naturschützern ein Angebot, das diese nicht von vornherein ausschlagen können; zumindest könnte es nicht festgelegte Wähler ins Grübeln bringen.

Das Anliegen ist ja auch legitim: In der Bevölkerung gibt es, erkennbar an den langen Schlangen vor den Rathäusern, den Wunsch nach mehr Arten- und Naturschutz. Wer sich dem entgegenstellt, läuft Gefahr, selbst bald unter Artenschutz gestellt werden zu müssen. Die CSU hat erkennbar wenig Lust darauf. Gleichzeitig aber gilt es den berechtigten Einwänden der Landwirte Rechnung zu tragen. Denn das vergessen Grüne und SPD gern: Ohne Bauern wäre Bayern genauso arm wie ohne Bienen.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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