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Islamist ermordet Lehrer: Wieder muss Frankreich weinen

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GEORG ANASTASIADIS

„Die Schule bildet den freien Geist, aufgeklärte Bürger. Genau das ist es, was die Islamisten, die von Dummheit, Unwissenheit, Indoktrination und Hass leben, nicht tolerieren können“, sagte nach dem barbarischen Mord  an einem Pariser Lehrer die Ministerin für Staatsbürgerschaft.

Niemand findet nach islamistischen Gewalttaten so wahre und bewegende Worte wie französische Politiker. Leider liegt das daran, dass auch kein anderes europäisches Land so erschütternde Routine im Umgang mit dem Terror im Namen Allahs entwickeln musste wie die Grande Nation.

Traumatische Erfahrung

Wieder muss Frankreich weinen, wieder diskutieren, was falsch läuft in seinen Banlieus mit jenem Teil einer eifernden muslimischen Minderheit, die sich nicht integrieren und der Mehrheit ihre Regeln aufzwingen will. Der Terroranschlag von Paris richtet sich gegen die heiligsten Werte unserer Kultur, der Freiheit des Denkens und der Meinung. Was den jüngsten Fall für viele so schwer zu ertragen macht, ist überdies der Umstand, dass der jetzt zum Mörder gewordene 18-jährige Abdullah A. erst im Frühjahr als Flüchtling anerkannt wurde. Seine unbarmherzige Art, dem Gastland merci zu sagen, ist eine traumatische Erfahrung, die sich im laizistischen Frankreich auf traurige Weise verbindet mit dem Trauma von Charlie Hebdo.

In Deutschland hat man sich gefragt, warum gerade Frankreich, das als ehemalige Kolonialmacht über eine lange Migrationstradition verfügt, seine Grenzen zuletzt so radikal für neu ankommende Zuwanderer geschlossen hat. Die Antwort ist einfach: Die Franzosen haben, so wie auch die Schweden, einfach zu viele schlechte Erfahrungen gesammelt. Den Preis dafür zahlen die Opfer der entsetzlichen Taten – und die vielen Migranten und Flüchtlinge, die nichts zu tun haben wollen mit dem Furor der Islamisten.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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