Meinung

Sprudelnde Steuermilliarden im Corona-Jahr 2020? Wenn Milchbuben rechnen

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  • vonMartin Prem
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Die Zahl scheint vielen imposant: Zehn Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen in diesem Krisenjahr erwarten die Steuerschätzer. Und in den kommenden Jahren könnte alles noch viel besser werden. Der Schein trügt: Zehn Milliarden sind nur ein Bruchteil dessen, was bereits unwiederbringlich verloren ist. Und sie stehen in keinem Verhältnis zu dem, was noch ausfallen wird.

Denn die wirtschaftlichen und damit auch die steuerlichen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen sind in ihrem tatsächlichen Ausmaß seriös noch gar nicht abzuschätzen. Weder die Zahl der aufgeschobenen Insolvenzen und ihre schrecklichen Folgen für alle Betroffenen, noch die voraussichtlich größere Zahl derer, die wegen aufgelaufener Verluste über längere Zeit kaum noch Steuern zahlen werden, lassen sich heute schon erahnen.

Ein Staat kann durch Steuern am wirtschaftlichen Erfolg des Landes teilhaben – und dieses Geld investieren oder verteilen. Wenn dieser Staat Menschen am Arbeiten oder Wirtschaften hindert, gibt es diesen Erfolg nicht, und damit weniger Steuern. Zwangsläufig werden Schulden gemacht. Wenn er – was natürlich geboten ist – die Betroffenen angemessen entschädigt, türmen sich doppelt Schulden auf. Das alles muss von künftigen Generationen erwirtschaftet werden.

Von Menschen, deren Bildungs- und Zukunftschancen wir gerade rapide verschlechtern. Wir sollten darauf gefasst sein, dass uns unsere Enkel die coronabedingten Milchmädchen-, besser Milchbuben- Rechnungen zu Recht um die Ohren hauen werden.

Martin.Prem@ovb.net

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