Meinung

Kölner und Regensburger Bischöfe zeigen sich an Weihnachten weltfremd und uneinsichtig

-
+
-

Zwei deutsche Bischöfe haben in ihren Weihnachtspredigten nicht den richtigen Ton getroffen und eine Chance der Kirche während der Corona-Pandemie vergeben.

Weihnachten 2020 bleibt unvergessen. Als Corona-Weihnacht mit Masken, mit Abstand, mit nahezu leeren Kirchen. In einer solchen Zeit können gerade die christlichen Kirchen Menschen Hoffnung und Mut zusprechen. Sie können mit Verweis auf die urchristlichen Tugenden der Nächstenliebe und Barmherzigkeit die Solidarität unter den Menschen stärken und ihnen Mut machen, tatkräftig den Kampf gegen die bedrohliche Pandemie und ihre Folgen aufzunehmen.

Zwei Bischöfen indes sind am Fest des Friedens ihre Predigten gründlich misslungen. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat zwar um Verzeihung gebeten, aber nicht für sein Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen, sondern weil Laien und Priester die „Kritik an meiner Person ertragen mussten“. Mit seiner Uneinsichtigkeit hat er erst recht Empörung ausgelöst.

Und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer betonte, dass nur Männer Priester werden könnten – weil auch Jesus ein Mann war. Ausgerechnet die Weihnachtsgottesdienste für derartige Konfliktthemen zu benutzen, zeugt von wenig Feingefühl. Im Gegenteil: Es legt mit gnadenloser Klarheit offen, wie abgehoben und weltfremd manche katholischen Würdenträger ihr Amt führen. Mit ihrer Unfähigkeit zur Selbstkritik schaden sie ihrer Kirche. Sie haben die Chance nicht genutzt, im Coronajahr 2020 den Glauben als Hoffnungsträger zu vermitteln.

Schreiben Sie der Autorin: Claudia.Moellers@ovb.net

Kommentare