Meinung

Das größte Geschenk zu Weihnachten 2020 ist Rücksicht

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Weihnachten 2020 verlangt uns Opfer ab. Doch wir müssen es für andere bringen.

Es wird eine wahrhaft „Stille Nacht“, dieses Weihnachtsfest 2020. Festtage, die auf den ersten Blick ihren Namen so gar nicht verdient haben. Viele Menschen werden an diesen christlichen Feiertagen bittere Tränen vergießen, weil es nicht möglich sein wird, dass sich Familien unter dem Christbaum versammeln, die Großeltern zusammen mit ihren Enkelkindern schöne Stunden verbringen können, Freunde in gewohnter Runde zusammen feiern.

Doch trotz aller Traurigkeit und einsamer Stunden: Die Vernunft gebietet es, dass wir in diesem Jahr ein Weihnachtsfest in Abgeschiedenheit begehen. Die bedrohte Gesundheit der älteren und kranken Menschen in der Verwandtschaft und im Freundeskreis zwingen uns zu einer Zurückhaltung, die nur schwer zu ertragen ist. Ein echtes Opfer. Aber: In diesem bis aufs Äußerste reduzierten Weihnachtsfest zeigt sich auch, welche Einschränkungen wir aus Rücksicht auf Risikogruppen und aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung der Pandemie auf uns zu nehmen bereit sind. Da beweisen sich wahre Nächstenliebe und christliche Gesinnung.

Weihnachten mal ganz anders zu begehen, kann auch ganz neue Akzente setzen. Warum nicht am Nachmittag des Heiligabend einen beschaulichen Spaziergang machen? Eine kirchliche Feier im Freien besuchen oder im Internet begleiten und dann zusammen kochen? Sich mit Kindern und Enkelkindern am ersten Weihnachtstag zu einer Videokonferenz verabreden? Und beim allem daran denken: Jeder Verzicht auf bedrohliche Nähe ist ein Geschenk für den anderen. In allem steckt die nicht zu zerstörende Hoffnung, dass diese dunkle Zeit bald überwunden sein wird. Und das ist dann das größte Geschenk an uns alle.

Schreiben Sie der Autorin: Claudia.Moellers@ovb.net

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