Wehrbeauftragter wird abgelöst Eine Schande für die SPD-Spitze

Wehrbeauftragter wird abgelöst. Eine Schande für die SPD-Spitze .

ALEXANDER WEBER

Hans-Peter Bartels hat sein Amt als Wehrbeauftragter der Bundeswehr in den letzten Jahren mit großem Engagement ausgeführt und dafür viel Respekt bei Soldaten wie Politikern über die SPD hinaus geerntet. Nur nicht bei seiner Partei- und Fraktionsspitze. Die sägt ihren eigenen Fachmann nun kurzerhand ab und will ihn durch eine auf verteidigungspolitischem Gebiet „blanke“ Genossin ersetzen. Arme Bundeswehr!

Seit Jahrzehnten wird sie von truppenfremden Beratern kaputt-„reformiert“, bekam vor gut einem Jahr schon eine fachlich ebenfalls unvorbelastete Ministerin und muss nun mit ansehen, wie Bartels, ihr sachkundiger Kämpfer für angemessene Ausrüstung und Finanzausstattung, von den eigenen Genossen ausgemustert wird.

Genau dieses Engagement für die Soldaten war vor allem dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich wohl ein Dorn im Auge. Mehr Geld für die Bundeswehr, damit diese die vertraglichen Nato-Verpflichtungen einhalten kann, steht auf Mützenichs Prioritätenliste ganz unten. Die hochgeschätzten früheren Verteidigungsminister der SPD – von Helmut Schmidt über Georg Leber bis hin zu Peter Struck – drehen sich vermutlich im Grabe um angesichts dieser Geringschätzung unserer „Parlamentsarmee“ durch den Fraktionschef und die linke Parteispitze der Sozialdemokraten.

Alexander.Weber@ovb.net

Kommentare