Meinung

Die CDU wählt einen neuen Vorsitzenden: Warum Merz der Richtige wäre

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  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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Wer regiert Deutschland? Im Moment ist es ein mikroskopisch kleines Virus – oder besser gesagt die Angst vor ihm. Doch wenn der Pandemie die Wucht genommen ist, und das wird im Laufe des Jahres der Fall sein, wird es wieder ein Mensch aus Fleisch und Blut sein, auf den die Bürger blicken.

Weil er unser Land in die Zukunft führen, weil er den Wiederaufbau der Wirtschaft organisieren und die Republik aus dem Corona-Schuldensumpf herausziehen muss. Die entscheidende Weichenstellung nehmen heute die 1001 Delegierten des CDU-Parteitags vor. Wer den Regierungstanker CDU lenkt, bestimmt die Richtung, die unser Land einschlägt. Dies gilt übrigens selbst für den Fall, dass am Ende ein anderer Kanzlerkandidat wird.

Die Schlüsselfrage, die die Staatspartei CDU heute beantworten muss, lautet: Braucht die Partei den Versöhner Laschet wirklich dringender als Deutschland den Reformer Merz? CSU-Chef Söder hat seine Antwort gestern gegeben, als er die Kontinuität der Ära Merkel zum Quasi-Staatsziel erhob und damit Laschet beisprang.

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Doch kommt es in erster Linie darauf an? Es stimmt: Die 16 Merkel-Jahre waren gute Jahre, weil die Wirtschaft, angetrieben von den Schröder-Reformen, boomte, wechselnde Koalitionen den Aufschwung nicht allzu sehr störten und genug Geld für alle und alles da war. Doch der Wohlstand ist in Gefahr: Deutschland fällt bei der Wettbewerbsfähigkeit zurück, Schlüsselindustrien verlieren den Anschluss, und Corona macht die anrollende Pleitewelle noch mächtiger.

Es stimmt: Merz polarisiert, er mobilisiert (auch die Grünen und die SPD) – aber muss das so schlecht sein für unsere Demokratie, wenn die Parteien wieder unterscheidbarer werden? Merkel stahl der SPD die Themen, Söder kopiert das gerade mit den Grünen. Am Ende aber wäre es schön, wenn ein CDU-Chef auch wieder ausspräche, was die Grundüberzeugungen der Unionswähler sind.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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