Meinung

Sozialdemokraten schalten auf Wahlkampf: Die SPD wird grün – und gelb?

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Die SPD schaltet in den Wahlkampfmodus und hält, obwohl bei 15, 16 Umfrageprozenten festgenagelt, am Anspruch Kanzleramt fest. Um das zu erreichen, wollen die Roten, wie man seit Montag weiß, grüner werden.

Das ist nicht überraschend, eine Wohlfühlentscheidung mit Signalcharakter: Auch Grünen-Chef Robert Habeck würde ja am liebsten mit der SPD. Die spannendere – und schwierigere – Frage lassen die Sozialdemokraten aber bewusst offen: die nach dem unbedingt nötigen Dritten im Bunde.

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Linkspartei oder FDP? Die Wahl käme, sollte es im September tatsächlich für ein Bündnis ohne die Union reichen, einer Richtungsentscheidung gleich. Die SPD-Führung dürfte nach links drängen. Der bürgerliche Kanzlerkandidat Olaf Scholz indes ist zu Recht skeptisch. Er weiß, dass die Linkspartei tiefe innere Konflikte austrägt: zwischen dem klassisch sozialen und dem neuen identitären Flügel. Ausgang offen. Auf der anderen Seite stünde die FDP, die für die Ampel-Option extra den Generalsekretär getauscht hat. Volker Wissing hat das Ziel ausgegeben, die Union aus der Regierung zu drängen. Mit ihm bauen auch andere wie der sozialliberale Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle an der Brücke nach links.

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Es braucht im Moment noch viel Vorstellungskraft, aber was ist schon unmöglich? Die FDP scheint langsam von ihrer sachlich-kritischen Haltung zur Corona-Politik zu profitieren, die bräsig gewordene Union verliert. Ein Ampel-Bündnis wäre eine reizvolle Sache und, aus Scholz’ Sicht, wohl die einzig seriöse Machtoption. Bis September müssen dann aber noch ein paar Prozentpunkte her.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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