Vor der Wahl in Spanien Druck kann helfen! MARCUS MÄCKLER

Vor der Wahl in Spanien. Druck kann helfen!

MARCUS MÄCKLER

Dann eben noch mal. Am Sonntag wird in Spanien gewählt, aber nicht, weil die Legislatur mal wieder rum ist, sondern weil die (linken) Parteien es nicht fertiggebracht haben, nach dem Urnengang im April eine Regierung zu bilden. Es ist die zweite Wahl in diesem Jahr und die vierte in den letzten vier Jahren. Instabilität ist – nicht nur in Spanien – das neue Normal. Umso ernüchternder, dass auch der Sonntag daran nichts ändern wird.

Umfragen sehen jedenfalls für keinen der beiden politischen Blöcke eine Mehrheit voraus – allerdings Gewinne für die rechtspopulistische Vox und für die konservative PP. Das liegt weniger an der Unzufriedenheit der Wähler mit dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez als an den neuen Unruhen in Katalonien. Sowohl Vox als auch PP fahren einen harten Anti-Separatismus-Kurs; den muss man nicht mögen, aber er ist erkennbarer als das Lavieren der Sozialisten, die es sich mit den katalanischen Regionalparteien nicht verderben wollen.

Wahrscheinlich wird Sánchez gewinnen, wahrscheinlich wird er den Auftrag zur Regierungsbildung bekommen. Alles wie vor der Wahl, bloß dass der Druck gewachsen sein wird, Kompromisse zu suchen und ein Bündnis zu zimmern. Hierin liegt die Chance für Spanien. Eine dritte Wahl könnte jedenfalls niemand mehr erklären.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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