Wahl-Farce in USA Sie zählen immer noch FRIEDEMANN DIEDERICHS

Wahl-Farce in USA. Sie zählen immer noch .

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Die Vereinigten Staaten von Amerika, seit Langem an vorderster Front des technologischen Fortschritts, haben es geschafft, erneut zum Gespött der Welt zu werden. Am Tag 10 nach den Kongresswahlen wird in Bundesstaaten wie Georgia, Arizona, Utah und vor allem Florida immer noch ausgezählt. Gerade die Schlagzeilen aus Florida, wo mehrere wichtige Entscheidungen wie die Gouverneursfrage weiter offen sind, sind haarsträubend. Uralt-Maschinen, die Wahlzettel zählen sollen, laufen heiß und müssen abgeschaltet werden. Nun wird mit der Hand nachgezählt. Wahlaufseher wissen nicht, ob sie Schlusstermine einhalten können. Pakete mit ausgefüllten Wahlscheinen werden plötzlich in Abstellkammern oder in Mietwagen bei der Abgabe gefunden. Und beide große Parteien haben sich, in Deutschland undenkbar, Zugang zu den Voten verschafft. Und setzen – wie es die Demokraten jetzt offenbar illegal versuchten – mit eigenhändig veränderten Bundesstaats-Formularen Wähler unter Druck, wegen Fehlern ungültige Wahlzettel zu korrigieren.

Wie schon beim legendären Präsidentschaftsduell George W. Bush gegen Al Gore im Jahr 2000 verkommt das Wahlverfahren zu einer Farce. Fazit: Wer in Florida die Wahl hat, hat tatsächlich einmal wieder die Qual.

politik@ovb.net

Kommentare