Vorwahl-Auftakt der US-Demokraten Chaos und Konfusion

Vorwahl-Auftakt der US-Demokraten. Chaos und Konfusion .

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Vor vier Jahren machten die US-Präsidentschaftswahlen jede Menge Negativ-Schlagzeilen. Moskau versuchte sich aktiv an einer Beeinflussung, und bei den Demokraten gab es Hinweise darauf, dass die Parteiführung Hillary Clinton zu Lasten ihres Gegners Bernie Sanders bevorzugte. Und nun die Mega-Blamage beim Vorwahl-Auftakt in Iowa. Nach massiven Problemen beim Auszähl-Verfahren für das antiquiert wirkende „Caucus“-System, bei dem Bürger offen die Stimmen abgeben, waren die Ergebnisse erst einmal nicht verfügbar. Stattdessen regierten Chaos, Konfusion und Verschwörungstheorien mancher Kandidaten, die glauben, dass sich das Partei-Establishment einmal mehr gegen sie verbündet hat.

Auch wenn der junge Pete Buttigieg in Teilergebnissen vor Bernie Sanders lag: An der Legitimität dieser Wahl und ihres Ausgangs wird es noch lange Zweifel geben. Dass es im digitalen Zeitalter solche Probleme gibt, die erneut ein denkbar schlechtes Licht auf das demokratische System der USA werfen, ist kaum zu fassen. Noch unglaublicher ist, dass es den Demokraten – die seit 2016 immer wieder Donald Trump Wahlbeeinflussung vorwerfen und ihn dafür sogar aus dem Amt jagen wollen – nicht gelungen ist, nach vier Jahren Vorbereitung einen vorbildlichen Start ins Wahljahr hinzulegen und alle Zweifel an einem ordentlichen Verlauf auszuräumen.

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