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Nach der zweiten TV-Debatte: Vorteil Joe Biden im US-Wahlkampf

USA, Nashville: Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, beim letzten TV-Duell in der Belmont University.
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USA, Nashville: Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, beim letzten TV-Duell in der Belmont University.

Kommentar – Da es bei Debatten üblich ist, einen Sieger zu bestimmen, führt bei der Analyse des TV-Duells von Donald Trump und Joe Biden kein Weg an dieser Bilanz vorbei: Der Demokrat hat das Aufeinandertreffen, das diesmal erstaunlich zivil verlief, für sich entscheiden können.

Das liegt gleich an mehreren Gründen. Biden führt in landesweiten Umfragen mit bis zu zehn Prozent vor Trump, und er war es, der etwas zu verlieren hatte. Doch der 77-Jährige hielt die gesamte Debatte erstaunlich konzentriert durch. Daran kann auch sein Fauxpas – Bidens langer Blick auf die Armbanduhr – nichts ändern. Vor allem seine Schlussantwort war von staatsmännischem Verständnis geprägt, als er – wie schon Barack Obama – dem Volk versprach, er wolle Präsident aller Bürger sein.

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Trump wiederum, der seine Zunge den Anweisungen der Berater folgend gut im Zaum hielt, wird mit seinen bekannten Parolen, Fakten-Verdrehungen und seinem mangelnden Mitgefühl für die Angehörigen der Pandemie-Opfer gewiss keinen überzeugten Demokraten für sich gewinnen können. Vielleicht fliegen ihm nun einige Stimmen aus dem Lager der Öl-Industrie zu, nachdem Biden eine Abschaffung dieser Energieform vorschlug.

Unterm Strich wird die Debatte die grundsätzliche Richtung dieser Wahl kaum verändern. Die Umfragen zeigen, dass die Demokraten und Biden am 3. November einem vermutlich deutlichen Sieg entgegensteuern – einfach weil die Bürger Trump mehrheitlich ein schlechtes Management der Corona-Krise attestieren.

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