Meinung

Ein Monat nach der US-Wahl: Von wegen Bananenrepublik

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Die USA haben vor gut einem Monat gewählt. Und immer noch wird ausgezählt, gestritten und – wie es Donald Trump in Georgia erneut getan hat – von Betrug geredet, der dem Demokraten Joe Biden zum Sieg verholfen habe.

Gegen Wahlleiter hat es sogar Todesdrohungen gegeben. Dass die Weltmacht, deren Führung das Land so gerne als Leuchtturm der Demokratie herausstellt, damit zum Gespött auch in Europa geworden ist, kann auf den ersten Blick nicht verwundern. Sollte es nicht im digitalen Zeitalter möglich sein, den Bürgern spätestens nach einer Woche ein hieb- und stichfestes Ergebnis zu liefern?

Dennoch gilt es, das Positive an dieser Wahl zu unterstreichen. Noch nie haben so viele Menschen in den USA gewählt. Zwar gibt es vereinzelt Hinweise auf Unregelmäßigkeiten – wie in Georgia, wo eine Frau auf Video ertappt wurde, wie sie einen Stapel von Stimmzetteln mehrfach in eine Zählmaschine steckte.

Doch die bisher eingeschalteten Gerichte haben bislang entschieden: Es ist mit rechten Dingen zugegangen. Dass solche Verfahren überhaupt stattfinden und skeptischen Bürgern damit Rechnung getragen wird, zeigt vor allem eines: Hier funktionieren die Kontrollmechanismen der Demokratie in einem Land, dass trotz aller Streitereien immer noch weit von einer Bananenrepublik entfernt ist.

Politik@ovb.net

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