Meinung

Schließung der Volkshochschulen in der Corona-Pandemie: Vertrauen verspielt

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  • Katrin Woitsch
    vonKatrin Woitsch
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Der Winter ist in dieser Woche gefühlt noch etwas länger und trister geworden. Nun müssen auch die Volkshochschulen und Bibliotheken wieder schließen. Ausgerechnet die Einrichtungen, die in den vergangenen Wochen ein Rettungsanker waren für alle, die versucht haben, die Zeit der Verbote positiv anzugehen, neue Hobbys zu finden, wieder mehr zu lesen oder eine Sprache zu lernen.

Diese Regelung – die wieder mal nur Bayern trifft – bedeutet nicht nur eine Menge Frust. Für tausende Dozenten geht es inzwischen um ihre Existenz. Die Volkshochschulen fürchten, dass viele Einrichtungen die Pandemie nicht überleben werden. Vor allem aber nimmt in der Bevölkerung das Verständnis für die Einschränkungen immer weiter ab, wenn sie so schwer nachzuvollziehen sind wie diese.

Das Risiko, sich in einer Bücherei zu infizieren oder in einem VHS-Kurs mit fünf Teilnehmern, ist nicht größer als beim Bäcker oder im Bus. Zumal die Einrichtungen die vergangenen Monate gut genutzt und viel Geld und Gedanken in Hygienekonzepte investiert haben.

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Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass die Infektionszahlen schneller sinken, weil die Menschen in Bayern keine Bücher mehr ausleihen oder sich nicht mehr weiterbilden. Wahrscheinlicher ist, dass wieder Akzeptanz verloren geht. Im schlimmsten Fall auch das Vertrauen darauf, dass die Politik weiß, was sie tut.

Katrin.Woitsch@ovb.net

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