EZB verstärkt Panik an den Märkten Schwarzer Donnerstag

EZB verstärkt Panik an den Märkten. Schwarzer Donnerstag .

GEORG ANASTASIADIS

Hat die Europäische  Zentralbank den Schuss nicht gehört? Die Finanzmärkte versinken in Panik, der Corona-Crash greift von den Börsen auf die Realwirtschaft über, doch die Notenbank tut – zu wenig zu spät. Europa  taumelt führungslos immer tiefer in die Krise.

Das Dilemma ist das folgende: Der Schutz unserer älteren Mitbürger zwingt uns, die Krise in die Länge zu ziehen, damit die Kliniken nicht kollabieren. Doch genau diese Strategie stürzt die Wirtschaft ins Chaos. Eben deshalb wären Staat und Notenbank gefordert, nicht nur die Menschen, sondern auch Wirtschaft und Märkte vor Ansteckung zu schützen. Das geht. China hat es gezeigt: Es hat sofort strengste Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ergriffen, die Zinsen gesenkt, das Bankensystem mit Liquidität geflutet und Konjunkturprogramme aufgelegt, um den Nachfrageschock abzufedern. All das ist in Europa nicht passiert. Es hat die Grenzen, so wie beim Flüchtlingsansturm 2015, nicht geschützt, den Reiseverkehr mit China nicht unterbrochen, an den Flughäfen nicht Fieber gemessen (in Asien eine Selbstverständlichkeit), keine Schutzanzüge organisiert, um den Siegeszug des Virus aufzuhalten; erst in dieser Woche hat mit Markus Söder ausgerechnet ein Landespolitiker harte Maßnahmen durchgesetzt und den Berlinern Dampf  gemacht. Die GroKo hat trotz voller Kassen kein Konjunkturprogramm gestartet, nicht mal den Soli abgeschafft. Und nun tritt auch noch die Krisen-Feuerwehr EZB in den Streik. Deren Chefin Christine Lagarde verlangt stattdessen von den Staaten, mehr zu tun und fiskalisch zu stimulieren.

Und so nimmt am Ende keiner das Heft des Handelns in die Hand. Kein Wunder, dass die Kernschmelze an den Märkten immer weitergeht. Stärkere Einbrüche in so kurzer Zeit hat es in der Geschichte noch nicht gegeben. Und das Beste: Obwohl uns das Wasser selbst bis zum Halse steht, amüsiert man sich hier noch immer über Trumps Krisenmanagement. Das immerhin kann Europa.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

Kommentare