Vermeidung von Plastik Die Macht kleiner Entscheidungen

Vermeidung von Plastik. Die Macht kleiner Entscheidungen .

MAXIMILIAN HEIM

In Indonesien haben die Wellen unlängst einen toten Pottwal an die Küste gespült. Mageninhalt: 115 Plastikbecher, 4 Plastikflaschen, 25 Plastiktüten, ein Paar Badesandalen sowie gut 1000 weitere Plastikteile. Fotos zeigen das verendete Tier wie ein Mahnmal für ein gewaltiges, nicht mal im Ansatz gelöstes Problem: die von menschgemachtem Müll gepeinigten Weltmeere.

Nun ist Indonesien nicht Oberbayern. Und die wenigsten Touristen sind so idiotisch, ihren Unrat am Strand oder im Ozean zu entsorgen. Nur auf mafiöse Strukturen im weltweiten Müll-Kreislauf zu verweisen, reicht dennoch nicht. Denn leider haben große Probleme sehr oft auch mit kleinen Entscheidungen zu tun. Wie viel Plastik im Umlauf ist, hängt von unzähligen Alltagsfragen ab. Greife ich im Supermarkt zum folienverpackten Gemüse oder nicht? Kaufe ich Trinkwasser aus Plastikflaschen oder vertraue ich auf das hier fast überall bedenkenlos trinkbare Leitungswasser (gerne auch mit zugekauftem Filter)? Braucht es wirklich den Kaffee aus dem To-Go-Becher? Nehme ich meine eigenen Stoffbeutel mit in den Supermarkt oder schnappe ich mir eine der an der Kasse hinterlegten Plastiktüten (wo es sie noch gibt)?

Es ist leicht, seinen Plastikverbrauch zu reduzieren. Wenn acht Menschen das tun, mag der Effekt noch klein sein. Bei acht oder 80 Millionen ist das schon anders. Niemand braucht Fotos von toten, plastikverstopften Pottwalen.

politik@ovb.net

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