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Probleme für Senioren bei der Terminvereinbarung: Verloren im Impf-Dschungel

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Wer regelmäßig im Internet unterwegs ist, wird mit der Online-Registrierung für einen Impftermin kaum ein Problem haben. Diese Fähigkeit bringt einen aktuell aber nicht viel weiter, weil es noch keinen Termin gibt. Denn jetzt sind erst mal Menschen aus Risiko-Gruppen an der Reihe. Ausgerechnet für sie ist das Anmeldeverfahren aber bestimmt nicht gedacht.

Online-Registrierung, Mail-Adresse, Handy-Nummer? Das sind für viele betagte Bürgerinnen und Bürger hohe, häufig zu hohe Hürden.

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Sie haben niemanden mehr, sie werden von keinem sozialen Umfeld unterstützt: Wer sich mit den Betroffenen unterhält, kann erahnen, wie verzweifelt sie sind. Online geht nicht, am Telefon kommen sie nicht durch – es fließen nicht selten Tränen. Denn ein Impftermin ist für sie nicht nur ein Datum, an dem man etwas vor hat. Es ist für sie der Tag, der sie langsam, aber sicher aus der Einsamkeit holt.

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Das ganze Verfahren, bis endlich die Nadel am Oberarm angesetzt wird, kann man ausgiebig kritisieren. Den Betroffenen hilft das aber nicht. Sie brauchen dringend Unterstützung. Jetzt und mehr denn je. Denn häufig ist noch nicht einmal geklärt, wie sie später überhaupt ins weit entfernte Impfzentrum kommen. Wir sollten alle auf sie schauen, auf sie zugehen und unsere Unterstützung anbieten. Dieses Engagement schenkt Lebensmut zurück.

Bernd.Ernemann@ovb.net

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