Venezuela Revolution auf der Kippe SEBASTIAN HORSCH

Venezuela. Revolution auf der Kippe .

SEBASTIAN HORSCH

Seit Jahren leidet Venezuela unter seinem Machthaber Nicolás Maduro. Hinter dem Deckmantel des Sozialismus haben er und seine verbrecherische Clique die Menschen ausgehungert, ihre eigenen politischen Gegner gnadenlos unterdrückt und einen großen Teil der jungen Generation bereits ins Ausland vertrieben. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt ist völlig am Ende. Nun hat das Volk genug.

Doch um Maduro tatsächlich zu stürzen, reicht es nicht aus, dass die Menschen in Venezuela sich gegen ihren Peiniger stellen. Auch, dass Parlamentspräsident Juan Guaidó – der Anführer des Aufstands – mit den USA und anderen Staaten einflussreiche internationale Unterstützer hinter sich gebracht hat, genügt nicht. Denn auf der anderen Seite stärken die Türkei, Iran und Russland – wie übrigens in ideologischer Verbundenheit auch die deutsche Linkspartei – dem Maduro-Regime den Rücken. Darüber hinaus fällt die Entscheidung ohnehin nicht auf dem internationalen Parkett, sondern auf den Straßen von Caracas: Und dort übernimmt niemand die Macht ohne den Segen der Armee.

Vorerst hält das Militär treu zu Maduro. Wohl auch, weil einige Offiziere fürchten, sich im Falle eines Machtwechsels selbst für so manches Nebengeschäft verantworten zu müssen. Die Frage wird nun sein, was Guaidó ihnen anbieten kann und will. Ist es zu wenig, könnte der Traum der Revolutionäre noch blutig enden.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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