Meinung

Trump plant Comeback 2024: Perfide Taktik des Verlierers

FRIEDEMANN DIEDERICHS
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FRIEDEMANN DIEDERICHS

Wer eines der Bücher von Donald Trump gelesen hat, weiß: Der US-Präsident hat sich in seinem Leben noch nie als guter Verlierer gezeigt.

VON FRIEDEMANN DIEDERICHS

Wann immer er als Immobilieninvestor ins Hintertreffen geriet, bemühte er Anwälte für eine Revanche, sprach gerne von „Betrug“ – und plante gleichzeitig ein Comeback. Genau dieses Drehbuch erlebt derzeit das Land bei den Wahlen. Dem Sieger Joe Biden werden Geheimdienst-Informationen vorenthalten und der Zugang zu Behörden erschwert, was einen guten Start des Demokraten verhindern soll. Das ist eine perfide und historisch beispiellose Taktik, die vor allem einem Zweck dient: Der enttäuschten Basis klarzumachen, dass Trump immer noch ein Kämpfer ist, dem jedes Mittel recht ist.

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Das alles dient, das haben Quellen wie die „Washington Post“ erfahren, der Vorbereitung eines Comebacks im Wahljahr 2024. Bereits jetzt sammelt Trump Gelder für den erneuten Anlauf auf das Weiße Haus. Und die Republikaner sollten sich keinen Illusionen hingeben: Wer immer dann intern gegen Trump antritt, wird verlieren. Immerhin erzielte er bei der Wahl mit über 72 Millionen Stimmen das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten. 47 Prozent der Wähler mögen ihn immer noch, ein Teil von ihnen wird am Wochenende in Washington gegen den Wahlausgang demonstrieren.

Und: Die Partei wird weiter von Trump dominiert. Das setzt auch Biden unter Erfolgsdruck. Denn reibt er sich bei Richtungskämpfen mit den Linken auf und versäumt dabei zielgerichtetes Regieren, spielt er Trump in die Hände. Und der wird die nächsten vier Jahre sicher nicht ruhig bleiben.

Politik@ovb.net

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