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Abschied vom „Trumpismus“ in den USA: Unwürdige Bilder im Kapitol

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Der 6. Januar 2020 wird als historische Wegmarke in die US-Geschichte eingehen – leider in jeder Hinsicht. Das Land erlebte nach vier Jahren einen radikalen Abschied vom Erfolgskonzept des sogenannten „Trumpismus“ erlebt.

Unter Donald Trump, der eine Politik der verbrannten Erde betrieb, verloren die Republikaner das Weiße Haus, das Repräsentantenhaus und, nach dem Stand der Auszählung im Bundesstaat Georgia zu urteilen, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch den Senat. Joe Biden und seine Demokraten können mit vollständiger Kontrolle über ihre politische Agenda regieren. Einziges Gegengewicht bleibt die konservative Mehrheit im obersten Gerichtshof, dem Supreme Court. Wenn alles demokratisch läuft.

Denn zugleich werden die unwürdigen Bilder von rechtsextremen Demonstranten im Weißen Haus in die Geschichtsbücher eingehen. Ein ungeheuerlicher Vorgang in einer Demokratie.

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Dabei lag es allein an Trump, dass die Republikaner Georgia jetzt in zwei Stichwahlen verloren. Er hatte für eine niedrige Wahlbeteiligung der Konservativen durch sein kontraproduktives Motto sorgte: Es werde bei der Abstimmung wie schon bei den Präsidentschaftswahlen ohnehin nicht mit rechten Dingen zugehen. Den Republikanern als Partei hat das geschadet, seine Anhänger aber weiter radikalisiert.

Redaktion@ovb.net

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