Unionschefs wollen Merkel loswerden Schach der schwarzen Königin

Unionschefs wollen Merkel loswerden. Schach der schwarzen Königin .

GEORG ANASTASIADIS

Führende Unionspolitiker beschreiben die Beziehung der Kanzlerin zu ihrer (ehemaligen) Ziehtochter Annegret Kramp-Karrenbauer als von tiefem Misstrauen geprägt. Von Zerrüttung ist gar die Rede. Kein Wunder: Die eine will den Job der anderen – und das möglichst nicht erst zu Merkels regulärem Rentenbeginn in zwei Jahren. Denn dann haben womöglich andere Jobbewerber die Nase vorn.

Es dürfte AKK also sehr entgegengekommen sein, dass nicht sie als CDU-Vorsitzende die Kanzlerin öffentlich dazu auffordern musste, ausgerechnet deren drei Lieblingsminister, an der Spitze Peter Altmaier, zu feuern. Stattdessen konnte mit CSU-Chef Markus Söder der bayerische Löwe beweisen, dass ihm noch nicht alle Krallen gezogen wurden. Was Söder bei seiner Forderung nach einer Neuaufstellung in Berlin allerdings verschweigt, ist der fromme Wunsch der CSU-Spitze, dass dabei eigentlich doch die Kanzlerin selbst mit gutem Beispiel vorangehen könne. Merkels fortdauernde Anwesenheit – noch nicht weg, aber auch nicht mehr richtig da – gilt den Unionsstrategen als der tiefere Grund für das Verharren von CDU und CSU im Umfragekeller.

All das weiß die Kanzlerin natürlich. Ebenso wenig dürfte ihr entgangen sein, dass die Rivalen AKK und Friedrich Merz ein Bündnis geschlossen haben mit dem Ziel, das GroKo-Aus und den Wechsel im Kanzleramt schneller herbeizuführen als in Merkels Lebensplanung vorgesehen. Über Minderheitsregierung und Jamaika wird in den Fluren des Bundestags getuschelt. Das Spiel, das gerade in Berlin gespielt wird, heißt Schach der schwarzen Königin. Aber die hat schon manche Partie umgebogen.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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