Union bremst bei der Grundrente Der Respekt der Genossen

Union bremst bei der Grundrente. Der Respekt der Genossen .

GEORG ANASTASIADIS

So sehr berauschen sich die SPD-Granden dieser Tage an ihrer Grundrenten-Idee, dass man sich beim Koalitionspartner Union schon fragt, ob Spitzengenossen noch einen Satz mit Subjekt, Prädikat und Objekt bilden können, der nicht das Wort „Respekt“ enthält. Respekt vor der Lebensleistung Älterer und vor den (meist) betroffenen Frauen: Wer will da gern Wasser in den süßen Wein der Sozialdemokraten schütten?

Die Union hat es beim Koalitionsgipfel am Mittwochabend trotzdem getan. Und das mit guten Argumenten. Man wolle nicht, dass sich Menschen vor den Behörden „entblättern“ müssten, um ihre Bedürftigkeit darzulegen, heißt es in der SPD zur Forderung von CDU und CSU, dass nur Rentner mit geringem Einkommen die „Respekt-Rente“ erhalten sollen. Mit Verlaub: Wäre es wirklich respektlos, wenn man Betroffene darum bittet, ein Din-A4-Formular auszufüllen? Und wo bleibt der Respekt der Genossen jenen gegenüber, die vielleicht viel mehr gearbeitet und in die Rentenkasse einbezahlt haben und am Ende jetzt auch nicht mehr bekommen sollen als jene, die nur gejobbt haben – zum Beispiel, weil sie Vermögen oder einen gut verdienenden Ehepartner hatten?

Und was ist mit dem Respekt vor der Frau an der Supermarktkasse, die mit ihren Steuern die Rettung der SPD mitbezahlen soll? Der parlamentarische SPD-Geschäftsführer Carsten Schneider sagte gestern, die 5 bis 6 Milliarden für die Grundrente seien „locker machbar“. Alles nur Peanuts? Auch das verrät, typisch SPD, fehlenden Respekt. Vor jenen, die mit ihren Abgaben den Sozialstaat finanzieren.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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