Unbequeme Wahrheit

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Suche nach Corona-Impfstoff. MARC BEYER.

Die Suche nach einem Corona-Impfstoff ist ein hochkomplexes Thema, das auch Laien in fiebrige Erwartung versetzt. Nur ein Vakzin wird so etwas wie eine Rückkehr zur Normalität herstellen können. Die Hoffnungen sind entsprechend riesig, doch dass sie sich nicht immer mit der Realität decken, wird gerade deutlich wie nie.

Gestern ist eine vielversprechende Studie unterbrochen worden, weil eine Testperson unter schweren Nebenwirkungen leidet. Das ist ein Rückschlag, der schmerzt und enttäuscht, aber in einem solchen Prozess nie auszuschließen ist. Wie zum Beleg hatten nur einen Tag zuvor neun Pharmakonzerne in einem ungewöhnlichen Schulterschluss bekräftigt, dass Sicherheit und Wirksamkeit weiterhin vor Tempo gehen. Sie sahen sich gezwungen, eine wissenschaftliche Selbstverständlichkeit auszusprechen und ihre Standards zu verteidigen. Denn der Druck von außen steigt unaufhörlich.

Die weltweite Erwartungshaltung ist befeuert worden von Politikern, die entweder einen Impfstoff vorschnell unters Volk brachten (Putin) oder ihn für die nahe Zukunft in Aussicht stellen, idealerweise vor der kommenden Wahl (Trump). Der Wink mit der Abkürzung mag bei manchen Menschen einen Nerv treffen. An der unbequemen Wahrheit, dass mit Risiken und Nebenwirkungen weiterhin zu rechnen ist, ändert sich aber nichts.

Marc.Beyer@ovb.net

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