Meinung

Zwischen Kalkül und Inbrunst: 50 Jahre Umweltministerium in Bayern

-
+
-
  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
    schließen

Seit 50 Jahren hat Bayern ein Umweltministerium. Inzwischen aus Einsicht, kommentiert Christian Deutschländer.

Ein kleines, aber feines Jubiläum: Heute vor 50 Jahren hat die CSU in Bayern mit Max Streibl den ersten Umweltminister der Republik benannt. Eine irgendwie kuriose Konstellation, denn in den folgenden fünf Jahrzehnten gefiel es der CSU zwar, Vorreiter gewesen zu sein – das diente aber auch bloß als Feigenblatt für eine knallharte Wirtschaftspolitik im Boomland Bayern. Leidenschaftliche Umweltpolitiker blieben in der CSU Sonderlinge.

Lesen Sie auch:

Bayern rückt bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager in den Fokus

Seit wenigen Jahren ändert sich das. Die CSU steuert um – aus Einsicht in den gesellschaftlichen Wandel: Für die Wähler sind Umwelt- und Klimafragen jetzt wichtig. Nicht alle sind so ideologisch entflammt, dass sie ihren Wohlstand unterordnen würden; aber eine Volkspartei ohne ernsthafte Konzepte wäre gestrig statt konservativ. Die CSU erkennt: Umwelt und Wirtschaft sind kein unauflösbarer Zielkonflikt mehr.

Auch interessant:

Tiertransporte: Mühldorfer Landrat begrüßt Stopp vom Rechtsmissbrauch

Der bewegliche Seehofer drehte beim Donau-Ausbau bei, Söder in seinem radikalen Ehrgeiz überholte die Grünen beim Artenschutz-Begehren und plant das bei der Fotovoltaik. Motiv: eher Kalkül als Inbrunst, für die „echten“ Grünen zu wenig. Dass die CSU aber trotz Corona ihre grünen Ziele beibehält, spricht für eine gewachsene Ernsthaftigkeit. Auch wenn sie aktuell gar keinen Umweltminister mehr stellt.

Schreiben sie dem Autor: Christian.Deutschlaender@ovb.net

Kommentare